29.01.2019 | Research

Fokus auf Kaufentscheidungen mindert Performance

Ein Team um Lawrence Schmidt vom MIT hat in einem Researchpaper die Entscheidungsfindung in der Portfoliokonstruktion institutioneller Investoren untersucht. Für ein Sample bestehend aus 783 institutionellen Portfolios im Zeitraum 2000 bis 2016 zeigen die Autoren, dass neu gekaufte Positionen sowohl die Benchmark als auch eine zufällig ausgewählte Portfolioposition outperformen – sowohl absolut als auch risikoadjustiert. Demgegenüber wird bei Verkäufen eine Underperformance der Investoren nachgewiesen: Gegenüber einer zufälligen verkauften Portfolioposition führen die tatsächlichen Verkäufe auf Jahressicht zu einer Underperformance von 50 bis 100 Basispunkten.

Verantwortlich hierfür scheint nicht ein Mangel an Skill zu sein: Sowohl Käufe als auch Verkäufe, die zeitlich nahe an neu veröffentlichten Unternehmensinformationen erfolgen, sind mit einer Outperformance verbunden. Dies gilt auch für Käufe zu anderen Zeitpunkten. Demgegenüber gehen Verkäufe zu anderen Zeitpunkten mit Underperformances von bis zu 200 Basispunkten einher.


rote Balken: Transaktionen an Tagen mit Bekanntgabe von gewinnen; blaue Balken: Transaktionen an anderen Tagen
Quelle: Akepanidtaworn, Di Mascio, Imas, Schmidt, 2018

Offenbar liegt das Augenmerk der Investoren stärker auf den Kaufentscheidungen: Verkäufe werden eher als Mittel zur Gewinnung von Kapital für neue Käufe angesehen. Im Gegensatz zu neuen Käufen werden Renditen der Vergangenheit der entsprechenden Portfoliopositionen stark in die Entscheidungsfindung einbezogen. Insbesondere bei extremen Wertentwicklungen wird zu Verkäufen geneigt. Die Aufmerksamkeit, die Kauf- und Verkaufsentscheidungen geschenkt werden kann, ist begrenzt und wird anscheinend stärker auf die Käufe hin allokiert. Bei Verkäufen werden Heuristiken zur Entscheidungsfindung herangezogen, was die Performance mindert.


Quelle: Akepanidtaworn, Di Mascio, Imas, Schmidt, 2018


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