26.05.2011 | Research

Fitch stellt Risikofaktoren von Schwellenländerunternehmen vor

Fitch Ratings hat in einem Mitte April erschienenen Research-Report die für ein Rating zusätzlich relevanten relativen Bewertungsfaktoren für Unternehmen aus Schwellenländern vorgestellt. Die genannten Faktoren gelten dabei vornehmlich für Unternehmen mit nur geringer internationaler Ausrichtung. Unternehmen mit starker internationaler Ausrichtung zeigen sich eher den Unternehmen aus den entwickelten Industrienationen verwandt.
Laut Fitch kommt den folgenden Faktoren besondere Bedeutung zu:

1. Unternehmensspezifische Faktoren
Versorgt das Unternehmen hauptsächlich den heimischen Markt, unterliegt es höherem Konzentrationsrisiko. Dies gelte insbesondere für Unternehmen mit schmalem Produktangebot sowie für Produkte mit geringem Value-Added und mit niedrigen Substitutionshürden.

2. Finanzierungsprofil
Unternehmen in Schwellenländern haben i.d.R. schlechteren Zugang zu den Kapitalmärkten und sind eher vom heimischen Bankensystem abhängig. Die Inflation ist in Schwellenländern meist deutlich höher als in entwickelten Ländern.

3. Länderspezifische Risiken
Länderspezifische Risiken umfassen die politische Situation, die Qualität der Aufsichtsbehörden, Korruption und gesetzliche Rahmenbedingungen.

4. Corporate Governance
Corporate Governance, sowohl auf Basis gesetzlicher Vorgaben aus auch hinsichtlich der Umsetzung auf Unternehmensebene, ist bei Unternehmen in Schwellenländern tendenziell weniger stark ausgeprägt und weniger effektiv, als in entwickelten Ländern.

5. Eigentümerstruktur
Die Eigentümerstruktur von Schwellenländerunternehmen ist oft geprägt durch mehr privates Eigentum und höhere Konzentration.

Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausprägung dieser Faktoren bei der Bewertung von Unternehmen in Schwellenländern hilft Investoren, Risiken ihrer Emerging Markets Exposures besser einschätzen zu können.

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