20.01.2016 | Studie

Finanzrepression setzt europäische Pensionsfonds unter Druck

Die finanzielle Repression hat überwiegend negative Auswirkungen auf die Ausfinanzierung von Pensionsfonds, sagt eine Mehrheit der Befragten einer Studie im Auftrag von Amundi. Für die von Create Research erstellte Studie „How pension plans are responding to financial repression“ wurden 184 europäische Pensionsfonds befragt. Zwar sind 71 % der Pensionsfonds der Ansicht, dass der finanziellen Repression hohe Renditen risikobehafteter Assets zu verdanken sind und sehen die Stabilität in den Märkten gestärkt. Jedoch werden genauso die negativen Konsequenzen gesehen, wozu die künstliche Konvergenz der Asset-Allokation und das weltweite Ansteigen der Schulden gehören. QE wird als eine Art intransparenter Steuer für Pensionsfonds betrachtet, die die Pensionsfonds in riskantere Assets zwingt, was die Gefahr von gleichgerichtetem (Fehl-)Verhalten, Überbewertung und Preisinsensitivität in sich birgt.


Quelle: Amundi

Angesichts der dauerhaften Unterfinanzierung vieler Pensionsfonds fordern diese, dass die Regulatoren die Definition des risikofreien Zinssatzes an die neue Realität anpassen. Ein weiterer Punkt, den 45 % der Pensionsfonds vorschlagen, ist die Verschiebung von Solvency II. Vor dem Hintergrund des gestiegenen Risikoappetits, um die Renditeziele erfüllen zu können, wurde auch das Risikomanagement ausgebaut. Vier Ansätze dominieren dabei: stärkere Diversifikation über Asset-Klassen (63 %), dynamic investing (59 %), Risikofaktor-Investing (50 %) und Durationsmanagement (43 %). Dabei wird nicht mehr aus der Vergangenheit extrapoliert, sondern neben der Kontrolle bekannter Risiken versucht, neue Gefahren vorab zu identifizieren.


Quelle: Amundi

In einem komplexen und risikoreichen makroökonomischen Umfeld wird die Anlagepolitik der Pensionsfonds im Wesentlichen drei Schwerpunkte haben: hochwertige Aktien mit stabilen Dividendeneinkommen, Real Assets wie Immobilien und Infrastruktur sowie Hochzinsanleihen und alternative Credit-Instrumente, darunter Mezzanine Debt, Floater und Distressed Debt.

Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern jeden Monat mit der Publikation Absolut|ranking. Insgesamt analysieren die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Pensionsfonds"
zurück