Finanzmarkteffekte der EZB-Asset-Kaufprogramme
Vivien Lewis und Markus Roth von der Bundesbank haben in dem Forschungspapier „The financial market effects of the ECB’s asset purchase programs“ die Auswirkungen der Kaufprogramme der EZB auf die Volkswirtschaft und die Finanzmärkte untersucht. Kommt es zu einem Kauf-Schock durch die Zentralbankkäufe, steigt der Stresslevel der Finanzmärkte kurzfristig an, um anschließend unter das Ausgangsniveau zu fallen. Gleichzeitig kommt es zu einem vorübergehenden expansiven Effekt auf den Output der Volkswirtschaft, während es bei den Preisen keine signifikanten Auswirkungen gibt. Mittelfristig steigt der Leitzins an, was als Reaktion der Zentralbank auf den höheren Output gedeutet wird und dann wiederum zu einem Anstieg des Stresslevels am Finanzmarkt führt. Das Datensample umfasst den Zeitraum 2009 bis 2016.
Quelle: Lewis, Roth, 2017
Werden die endogenen Reaktionen durch die Finanzinstitute berücksichtigt, die bei einem Anstieg des systemischen Stresses die zusätzliche langfristige Liquiditätsbereitstellung der Zentralbank nutzen, dämpft dies die Auswirkungen des ursprünglichen Schocks. Sowohl Output als auch das Preisniveau ändern sich nicht signifikant über den Beobachtungshorizont. Angesichts der Inhomogenität der Eurozone überprüfen die Autoren anschließend die Effekte der Asset-Käufe für Deutschland separat. Bezüglich der makroökonomischen Variablen ergibt sich ein ähnliches Bild wie für die Eurozone. Unterschiede dagegen bestehen für das Stressniveau, das mittelfristig durch die Asset-Käufe der Zentralbank signifikant ansteigt und somit unerwünschte Zweitrundeneffekte impliziert. Dies schlägt sich in einer Ausweitung der impliziten Default-Rate von Unternehmen und Abschreibungen auf Darlehen von Banken nieder.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.