Fidelity untersucht alternative Risikomaße für Immobilieninvestments
Die derzeitig oftmals übliche Kategorisierung von Immobilieninvestments, etwa nach Investmentstil, Sektor oder Lage bringt den Nachteil mit sich, dass diese mitunter subjektiven Einteilungen nicht in der Lage sind, das wahre Risiko der Anlage zu identifizieren, vor allem nicht bei Veränderungen im Zeitverlauf. Fidelity schlägt in einem aktuellen Researchpaper daher eine abweichende Risikoquantifizierung im Investmentprozess vor, wobei der Fokus nicht auf dem Gesamtertrag, sondern den erwarteten Cash Flows liegen sollte, da diese weit weniger volatil sind. Stehen die regelmäßigen Erträge im Mittelpunkt des Investments, ist dieses weit weniger risikoreich als ein Objekt, welches seine Rendite über Wertsteigerungen erwirtschaften soll.
Quelle: Fidelity
Die Volatilität der Cash Flows aus einer Immobilie lässt sich durch einfache Maßnahmen wie die genauere Evaluierung der Mieterbonität über öffentlich zugängliche Quellen minimieren. Auch sollte durch unterschiedliche Vermietungsdauer diversifiziert werden, was ein sinnvollerer Ansatz zur Risikoreduzierung ist als lediglich die Streuung über Sektoren und Regionen.
Quelle: Fidelity
Zur praktischen Umsetzung werden zwei Hinweise gegeben. Einerseits sollten Objekte, deren Endrendite mit höherer Unsicherheit belastet ist, besonders stark überwacht werden. Hilfreich ist es, bei solchen Investments Mean-Variance-Optimierungen durchzuführen und dabei regelmäßige Erträge und Wertsteigerungen der Objekte als unterschiedliche Asset-Klassen zu betrachten. Anderseits ist es sinnvoll, Investments nicht nur unter Renditegesichtspunkten zu wählen, sondern wie bei anderen Anlagen auch, das Risiko-Rendite-Profil zu betrachten. Der Variationskoeffizient wird hierzu als geeigneter angesehen als etwa die Sharpe Ratio.