10.10.2017 | Studie

Umsetzung institutioneller Faktorstrategien nimmt weiter zu

Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Faktorstrategien in den Portfolios institutioneller Investoren um zwei Prozentpunkte auf 17 % angestiegen, zeigt die Global Factor Study 2017 von Invesco. Wesentliche Gründe hierfür sind die Etablierung von Faktorstrategien als dritte Säule zwischen aktiven und rein passiven Ansätzen, die Verbreiterung der Ansätze, die sich nicht mehr nur auf Risikoreduzierung beschränkt, und die größere Akzeptanz der Nutzung akademischer Faktortheorien in Finanzprodukten. Insbesondere in Europa und Nordamerika sind Faktorstrategien unter Institutionellen mit jeweils 19 % überdurchschnittlich hoch verbreitet, um Risiken zu senken, Alpha-Potenziale zu nutzen und Kosten zu reduzieren. Getragen wird diese Entwicklung von Versicherungen, Pensionskassen und Staatsfonds. Befragt wurden 108 institutionelle Investoren weltweit mit zusammen mehr als 7 Billionen US-Dollar Assets under Management.


Quelle: Invesco

Value ist für 49 % der Befragten der am einfachsten umsetzbare Faktor, gefolgt von Low Size und Low Vola. Auf der anderen Seite steht Momentum, auch wegen der damit verbundenen hohen Transaktionskosten. Bisher konzentrierten sich die Investoren bei ihren Engagements stark auf die etablierteren Faktoren, was dazu geführt hat, dass sich zwei Drittel der Anleger nicht ideal in den gewünschten Faktoren aufgestellt sehen. Dies betrifft insbesondere die Konzentration auf das Aktiensegment: Zunehmend besteht Interesse an Faktorstrategien im Fixed-Income- und Multi-Asset-Bereich. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika favorisiert rund die Hälfte der Befragten eine Multi-Asset-Multi-Faktor-Strategie.


Quelle: Invesco

Eintrittsbarrieren sind u.a. Zweifel an Theorien, auf denen die Faktorstrategien basieren, sowie mangelnde In-House Expertise. Gerade im In-House-Bereich planen die Investoren, ihre Kapazitäten zu vergrößern. Extern werden Asset Consultants, Faktorspezialisten und die Wissenschaft als kompetenteste Ansprechpartner für Faktor-Investments wahrgenommen. Bei der Managerselektion spielten die Kosten im Vergleich zu der Investmentphilosophie, Transparenz und Performance in der Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Vergleichsgruppen.

 

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