Faktorprämien im Markt für Unternehmensanleihen
In einem aktuellen Forschungspapier zeigen Patrick Houweling und Jeroen van Zundert von Robeco Quantitative Strategies, dass sich auch im Corporate-Bond-Markt durch die gleichzeitige Implementierung der Faktoren Size, Low-Risk, Value und Momentum eine signifikante Outperformance erzielen lässt. Die Autoren nutzen ein monatliches Datensample für den Zeitraum 1993 bis 2014 mit insgesamt 1,1 Mio. Datenpunkten, wovon rund ein Drittel auf High-Yield-Anleihen entfällt. Schon für Single-Faktor-Portfolios ergibt sich gegenüber einem Marktportfolio für alle Faktoren eine Outperformance, wobei diese im Falle von Low-Risk nicht signifikant ist.
Quelle: Houweling, van Zundert (2014)
Wird hingegen das Multi-Faktor-Portfolio betrachtet, ist die Outperformance im Investment-Grade-Segment mit einer Zusatzrendite von 0,85 % hochsignifikant. Noch deutlicher wird dies bei High-Yield-Anleihen, wo die Faktoren sogar zu einer Überrendite von 3,25 % führen. Risikoadjustiert zeigt sich eine Verdoppelung der Sharpe Ratio. Selbst wenn höhere Transaktionskosten der Faktorstrategien berücksichtigt werden, bleibt unter dem Strich eine Outperformance stehen.
Quelle: Quelle: Houweling, van Zundert (2014)
Abschließend untersuchen die Autoren die Effekte einer gleichzeitigen Implementierung der Faktorstrategien im Aktien- und Fixed-Income-Bereich. Dabei weisen die Multi-Faktor-Portfolios der verschiedenen Asset-Klassen untereinander keine höhere Korrelation auf als die Marktportfolios. Werden im Multi-Asset-Portfolio, das Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen mit jeweils 20 % gewichtet, nicht nur die Aktien nach Faktorstrategien investiert, sondern dieser Ansatz auf die Corporates ausgedehnt, ergibt sich eine zusätzliche Überrendite von 0,82 %. Verschiedene Robustheitschecks bestätigen die Ergebnisse.