16.10.2017 | Research

Faktormodell für Aktienportfolios

In dem Forschungspapier „Lucky Factors“ stellen Campbell Harvey von der Duke University und Yan Liu von der Texas A&M University einen neuen ökonometrischen Ansatz zur Identifikation relevanter Regressionsvariablen vor und wenden diesen zur Selektion von Risikofaktoren im Portfoliomanagement an. Das auf einem Bootstrapping-Verfahren basierende Vorgehen ist kaskadierend, es wird also zunächst ein einzelner signifikanter Faktor bestimmt, bevor geprüft wird, ob es einen weiteren gibt. Angewandt auf 25 nach Unternehmensgröße und Kurs-Buchwert (KBV) sortierte Kenneth-French-Portfolios zeigt sich, dass von den 14 untersuchten Faktoren, darunter Momentum und Size, der Marktfaktor am besten in der Lage ist, den Querschnitt der erwarteten Renditen individuell signifikant zu erklären. Der zweite signifikante Faktor ist Investment (cma). Weitere Faktoren sind nicht signifikant, so dass die Autoren für Portfolios, die nach Größe und KBV sortiert sind, ein Zwei-Faktormodell als ideal erachten.


Quelle: Harvey, Liu, 2017

Im zweiten Schritt untersuchen die Autoren Einzelaktien statt Portfolios. Auch hier ist der Marktfaktor der erste signifikante Faktor. Ebenfalls signifikant sind die Faktoren Size und Value. Bei einer Value-Gewichtung von Einzelaktien ist neben dem Marktfaktor ein Profitabilitätsfaktor relevant, wobei dessen Einfluss im Vergleich zum Marktfaktor ökonomisch gering ist.


Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Vergleichsgruppen.


Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Factor Investing"
zurück