Faktorinvestments bei festverzinslichen Wertpapieren
In einem Anfang 2016 erschienenen Forschungspapier untersucht der Indexanbieter S&P Dow Jones, ob alternativ gewichtete Value- und Low-Volatility-Portfolios am US-amerikanischen Investment-Grade-Unternehmensanleihenmarkt höhere risikoadjustierte Renditen aufweisen als der breite Markt.
Die Autoren analysieren zunächst die Einzelfaktoren. Als Proxy für den Value-Faktor wird der Libor OAS verwendet, der die Rendite für eingegangenes Kreditrisiko repräsentiert. Für den Low-Volatility-Faktor nutzen die Autoren die 6-Monats-Standardabweichung der täglichen Anleihenrendite. Die Bonds werden nach Value und Low Volatility gerankt und in Quartile eingeteilt. Die Einzelfaktoranalyse zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen Value, Rendite und Volatilität. Bei der risikoadjustierten Betrachtung dominiert jedoch das fünfte Quartil. Für den Low-Volatility-Faktor wird ein nicht-linearer Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko gemessen. Die risikoadjustierte Betrachtung zeigt, dass das vierte und fünfte Quartil dominieren. 
Quelle: S&P Dow Jones
Im nächsten Schritt konstruieren die Autoren ein Portfolio aus den Faktoren Value und Low Volatility und vergleichen die Risiko-Rendite-Charakteristiken mit dem Marktportfolio. Für das monatlich rebalancierte Zwei-Faktoren-Portfolio wird die höchste Sharpe-Ratio gemessen. Die monatlich und vierteljährlich rebalancierten Zwei-Faktor-Portfolios weisen eine höhere Sharpe-Ratio als der Markt auf. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass der Low-Volatility-Faktor zur Kontrolle des Risikos eingesetzt werden kann. Für die Zwei-Faktor-Portfolios werden im Vergleich zum Value-Portfolio verbesserte Maximum Drawdowns gemessen. 
Quelle: S&P Dow Jones
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