18.06.2013 | Research

Faktorbasierte Aktienstrategien für große Portfolios

Im Auftrag des Norwegischen Staatsfonds untersuchte MSCI Ende März in einem ausführlichen Research-Bericht Risikoprämien für Value, Momentum, Low Size und Low Volatility und dabei insbesondere in Hinblick auf ihre Investierbarkeit. Zwar wird die Existenz von Faktorprämien empirisch nachgewiesen, dennoch bestehen Hürden in der Umsetzung solcher Aktienstrategien, da Implementierungs- und Transaktionskosten die Rendite erheblich reduzieren können. Insbesondere für sehr große Portfolios ist der Punkt Investierbarkeit ebenso wichtig wie die Performance, schreiben die Autoren.


Quelle: MSCI

Dazu analysiert der Report die vier Faktorprämien anhand von Subkategorien des MSCI World nach Liquidität, Turnover-Kosten, Kapazität und dem Grad der Abweichung der Strategie von der Benchmark, also dem "active tilt". Value, Low Size und Low Volatility lassen sich demzufolge auch für große Portfolios mit mehr als 100 Mrd. US-Dollar noch vereinnahmen. Momentum-Strategien dagegen sind mit steigender Größe schwieriger umzusetzen. Beispielsweise ist die durchschnittliche Handelsdauer rund doppelt so groß wie für die anderen drei Strategien. Den größten Effekt versprechen Ansätze, die mehrere Faktorprämien kombinieren. Insbesondere systemische Risiken, die durch die speziellen Sektor- oder Regionen-Exposures entstehen, lassen sich durch Kombination reduzieren, während die Performance nur wenig beeinträchtigt wird.


Quelle: MSCI

Der umfangreiche Report liefert auch Erkenntnisse zur temporalen und regionalen Struktur von Risikoprämien. In Europa und den USA generiert der Momentum Tilt in den letzten 20 Jahren die höchste Rendite. Die Prämie für Low Volatility ist in Europa überdurchschnittlich hoch, in der Pazifikregion dagegen nur knapp halb so groß. In Schwellenländern sind seit 2003 hohe Faktorprämien nachzuweisen, ein Value Tilt liefert 200 Basispunkte mehr Rendite als der cap-weighted Ansatz.

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