27.01.2014 | Research

Factor Investing mit Risk-Parity-Ansatz

Dass die Berücksichtigung von Faktoren wie Size oder Momentum die risikoadjustierte Performance eines Portfolios verbessern kann, ist grundsätzlich schon seit den 90er Jahren bekannt. Die meisten Studien und Paper fokussieren sich jedoch auf den US-Markt und gewichten dabei die einzelnen Faktoren im Portfolio gleich. In ihrem aktuellen Forschungspapier gehen die Autoren Kees Koedijk, Alfred Slager, beide von der Tilburg University, und Philip Stork von der VU University Amsterdam einen Schritt weiter und beziehen neben europäischen Daten auch unterschiedliche Gewichtungs- bzw. Optimierungsverfahren mit ein.


Quelle: Koedijk, Slager, Stork (2013)

Zunächst werden die Faktorprämien bestimmt, wobei die in der Literatur übliche Gleichgewichtung der Faktoren angewandt wird. Übereinstimmend mit älteren Untersuchungen finden die Autoren positive Prämien im US-Aktienmarkt für Size, Momentum, Value und Low-Vola. Ein zwischen diesen Faktoren gleichgewichtetes Portfolio outperformte ein nach Marktkapitalisierung zusammengestelltes um rund 2,3 Prozentpunkte p.a. im Zeitraum 1929 - 2012, was die gleichsam steigende Volatilität überkompensierte. Im Bond-Bereich hingegen waren die risikoadjustierten Ergebnisse durchwachsen. Für Europa finden sich im Zeitraum 1990 - 2012 für Aktien und Anleihen weitgehend konsistente Werte.


Quelle: Koedijk, Slager, Stork (2013)

Zuletzt integrieren die Autoren eine Risk-Parity-Optimierung für die Gewichtung der Faktoren im Portfolio. In der Folge sinken sowohl Renditen als auch Volatilitäten ab, wobei der stärkere Rückgang der Volatilität zu einem Anstieg der Sharpe Ratio führt. Ein Abweichen von der naiven Gewichtung (1/N) scheint vor diesem Hintergrund sinnvoll.

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