12.12.2019 | Märkte

EZB untersucht Finanzstabilität der Eurozone

Die Finanzstabilität der Eurozone bleibt angespannt, urteilt die Europäische Zentralbank im Financial Stability Review. Betrachtet wurden die makroökonomische Lage, die Finanzmärkte sowie der Bank- und Realwirtschaftssektor. Zudem ging es um aufsichtsrechtliche Implikationen der Ergebnisse. Konjunkturell bestehen demnach Risiken durch zunehmende Unsicherheit, eine Ausweitung der Handelsstreitigkeiten, den Brexit sowie die schwache Entwicklung der Emerging Markets. Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB haben zu einer weiteren Verringerung der Renditen geführt, wodurch die Investoren auf der Suche nach auskömmlichen Renditen weiter unter Druck geraten. Die Folgen sind eine Verlängerung der Durationen und entsprechend höhere Zinssensitivität der Anleger. Zudem wurde verstärkt in Investmentfonds investiert. Das Missverhältnis zwischen der Fondsliquidität und den unterliegenden Assets bringt ein erhöhtes Risiko starker Abflüsse mit sich. Auch angesichts der hohen Bewertungen vieler Assets steigt die Anfälligkeit bei künftigen Korrekturen.


Quelle: EZB

Obwohl geringe Zinsen das Wirtschaftswachstum unterstützen, ergeben sich aus dieser Politik auch Risiken. Mit den sinkenden Finanzierungskosten steigt für Unternehmen der Anreiz, ein höheres Leverage zu nutzen, was zu Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieser Verschuldung in turbulenten Zeiten führt. Mittlerweile weisen 45 % der ausstehenden Unternehmensverbindlichkeiten ein BBB-Rating auf, womit sich die Anleihen nur eine Stufe über dem High-Yield-Bereich befinden. Auch der Bankensektor wird durch erodierende Zinsmargen unter Druck gesetzt. Zwar ist er mit einer harten Kernkapitalquote von 14,2 % angemessen kapitalisiert, die Profitabilität des Sektors bleibt allerdings gering.


Quelle: EZB

Die Autoren sehen in einer Ausweitung antizyklischer Kapitalpuffer für Banken in manchen Ländern ein Instrument für die Stabilisierung des Sektors. Ein weiterer Aspekt des Berichts zeigt, dass zur Überwachung von Klimarisiken bessere entsprechende Reportings verfügbar gemacht werden müssen.


Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 34 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 160 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Finanzstabilität"
zurück