Evaluierung von Risiken bei der Wasserversorgung
Der WWF und die KfW-Tochter Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) haben zusammen ein Stufenprogramm zur Evaluierung der Wasserversorgung als Risikofaktor für das Geschäft von Finanzinstitutionen ins Leben gerufen. Der im März veröffentlichte Report schließt die erste Stufe ab und widmet sich ausführlich der Messung des mit der Wasserversorgung verbundenen unternehmerischen Risikos. Er stellt einen Risikofilter vor, mit dem Investoren ihre mit Wasser verbundenen Risiken einschätzen und analysieren können.
Ziel ist es, Investoren bzw. Finanzinstitute mit dem Wissen auszustatten, das im Umgang mit ihren Kunden ein nachhaltiges Wasser-Management ermöglicht und gleichzeitig unternehmens- und umweltspezifische Risiken senkt. Die Autoren unterscheiden dabei zwischen physischen, regulatorischen und reputationsbezogenen Risiken und erstellen einen Risikofilter, der auf einem Set aus 22 gewässer- und 26 unternehmensbezogenen Indikatoren aufbaut. Er greift auf schnell verfügbare Industrie- und Umweltdaten zurück, was ein umfassendes Risiko-Screening schon zu Beginn des Investments ermöglicht.
Quelle: WWF, DEG (2011)
Wasser ist grundlegender Produktionsfaktor vieler Industrien und das verbundene Risiko wurde laut dem Report bislang nicht ausreichend evaluiert. Der Risikofilter richtet sich an jeden Investor und sollte aufgrund des potenziell hohen Verlusts bei einer sich verschlechternden Wassersituation fester Bestandteil des Risikomanagements werden. Durch die Bandbreite der Portfoliounternehmen von Finanzinstitutionen kann eine Implementierung der Wasserrisikoindikatoren zur nachhaltigen Verbesserung des weltweiten Ökosystems beitragen.
Quelle: WWF, DEG (2011)
Zur Konstruktion des Risikofilters wurde ein Fragebogen an 124 nonfinancial Portfoliounternehmen der DEG mit potenziell hohem Risiko geschickt, den 48 Unternehmen ausfüllten. Anschließend wurden die 65 Produktionsstätten der Unternehmen mit den WWF-Daten zu Frischwasserzugang, Biodiversität und Wassersicherheit abgeglichen. Daraufhin wurde ein Indikatorset formuliert, das nun laufend weiterentwickelt werden soll.