EU-Aufsichtsbehörden untersuchen Risiken für die Finanzmärkte
Die europäischen Aufsichtsbehörden ESMA, EBA und EIOPA haben in einem gemeinsamen Bericht die Risiken und Anfälligkeiten des europäischen Finanzsystems analysiert. Zwar haben sich die ökonomischen Aussichten in der EU Anfang 2015 leicht verbessert, dennoch behindern die global schwache Konjunktur, geopolitische Spannungen und die griechische Schuldenkrise einen nachhaltigen Aufschwung. In Kombination mit dem Niedrigzinsniveau beeinflussen diese Faktoren die Aussichten des Finanzsektors negativ. Gleichzeitig zwingt der Niedrigzins die Investoren, größere Risiken einzugehen, um ausreichende Renditen zu erzielen. In einem Szenario steigender Zinsen würden vor allem Versicherungen in großem Umfang Probleme bekommen, die regulatorischen Anforderungen um Solveny II zu erfüllen, während Banken im Großen und Ganzen die Anforderungen weiterhin erfüllen könnten, wie Stresstests zeigen. Angesichts der deflationären Tendenzen dürften das derzeit hohe Bewertungsniveau sowie die damit verbundenen Risiken weiterhin bestehen. 
Quelle: EIOPA
Diese Risiken werden vergleichbar im Finanzstabilitäts-Report der EIOPA beschrieben, der die Perspektiven von Versicherern, Rückversicherern und dem Pensionssektor aufzeigt. Eine Konsequenz der Niedrigzinspolitik ist die Verschiebung der Portfolios hin zu riskanteren Asset-Klassen bei einem gleichzeitigen Fokus auf die Emerging Markets. Im Zusammenhang mit der Quantitativen Lockerung der EZB wird auch darauf verwiesen, dass durch die in manchen Marktsegmenten verringerte Liquidität, z.B. auch bei den Staatsanleihen, die Volatilität deutlich angestiegen ist und schon relativ kleine Marktbewegungen erhebliche Auswirkungen zeigen können. Für die Rückversicherer stellt das zunehmende Aufkommen alternativer Kapitalquellen (z.B. Cat Bonds) im Versicherungssektor ein Problem dar, da dies den Wettbewerb erhöht und die Prämien unter Druck geraten.