ESMA: Risiken für Finanzmarktstabilität in Europa
Die ESMA sieht weiterhin ein hohes Risikoniveau an den europäischen Finanzmärkten, wie aus dem Stabilitätsbericht der Behörde für das zweite Quartal hervorgeht. Verglichen mit dem ersten Quartal hat sich die Einschätzung der einzelnen Risikokategorien aber nicht wesentlich geändert. Das Marktrisiko ist anhaltend hoch. Grund hierfür sind die hohen Bewertungen, die angesichts fundamentaler Faktoren, gedämpfter Aussichten für das Wirtschaftswachstum und der Abflachung der Zinsstrukturkurven über einem gerechtfertigten Niveau zu liegen scheinen, erläutern die Autoren.

Quelle: ESMA
Gefahren sieht der Bericht in einer Verschlechterung der Qualität ausstehender Unternehmensschulden. Zwar zeigen sich die Kreditrisiken in der Eurozone insgesamt stabil. Der Anstieg der Emissionen von Leveraged Loans und Collateralized Loan Obligations (CLOs) brigt jedoch Unsicherheiten, da Underwriting-Standards und Covenant-Qualität abnehmen. Eine Rezession könnte die Fundamentaldaten vieler Emittenten verschlechtern und zu Ausfällen führen. In diesem Fall würden zwar zunächst die Halter von High-Yield-Bonds die ersten Verluste erleiden, allerdings haben viele Kreditnehmer aus CLOs keine solchen Anleihen begeben. Daher ist der Spread zwischen High Yields und Leveraged Loans zuletzt negativ geworden.

Quelle: ESMA
Sollte sich die Kreditqualität von Leveraged Loans erheblich verschlechtern, müssten möglicherweise einige Anleger Kredite verkaufen, was negative Preisspiralen und Feedback-Loops zur Folge hätte. Das Eintreten dieses Risikos hängt jedoch von einer Reihe von Faktoren ab, wie bspw. der Struktur der Anlegerbasis (Privatanleger, institutionelle Anleger oder Banken) oder dem Vorliegen einer Liquiditätsinkongruenz, schlussfolgert der Bericht.
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