ESG-Kriterien immer häufiger Teil des Anlageentscheidung
Nachhaltige und verantwortungsvolle Investments nehmen eine immer größere Rolle im europäischen Finanzmarkt ein, stellt die im Oktober veröffentlichte European SRI Study 2014 fest. Die umfangreiche Studie des in Brüssel ansässigen Verbandes Eurosif zeigt sowohl die übergreifende Entwicklung des Sektors nachhaltiger Anlagen in Europa als auch die Spezifika der 13 größten europäischen Märkte.
Seit 2011 wachsen mit einem Nachhaltigkeitsfokus investierte Vermögen in Europa schneller als traditionelle Anlagen. Vor allem die Nutzung von Ausschlusskriterien im Anlageprozess wird zunehmend zum Standard. 41 Prozent der in Europa verwalteten Kapitalanlagen bzw. fast 7 Billionen Euro werden der Auswertung von Eurosif zufolge unter Berücksichtigung von Negativkriterien investiert. Am weitesten verbreitet ist dabei der Ausschluss von Unternehmen im Bereich Munition und Minen. 30 Prozent des europäischen Investmentmarkts schließen Anlagen in diese Branchen aus.
Quelle: Eurosif
Die Studie zeigt, dass ESG-Kriterien immer häufiger in den Investmentprozess Eingang finden. Seit 2011 stieg der Anteil aller Formen der ESG-Integration um 65 Prozent. Fast 40 Prozent der nachhaltig investierten Anlagen berücksichtigen dabei auch nicht-finanzielle Kriterien. Rund 2 Billionen Euro werden unter der systematischen Verwendung von ESG-Kriterien verwaltet. Weitere 5,2 Billionen Euro greifen zumindest auf ESG-Research zurück.
Der Bereich Impact Investing befindet sich ebenfalls auf dem Vormarsch und zeigt die höchsten Zuwächse alle Teilstrategien und kommt in Europa auf ein Marktvolumen von rund 20 Mrd. Euro. Vor allem die Niederlande und die Schweiz sind hier aktiv. Knapp die Hälfte des Impact-Investmentmarkts entfällt auf Mikrofinanz. Ebenfalls hohe Wachstumsraten zeigt das Segment Engagement und Voting, das seit 2011 um 86 Prozent gestiegen ist.
Quelle: Eurosif
Die institutionelle Nachfrage bleibt der wichtigste Treiber. Fast 97 Prozent des nachhaltigen Markts entfällt auf institutionelle Anleger, ein Anstieg von mehr als vier Prozentpunkten in den letzten fünf Jahren. In Deutschland kommen Institutionelle auf einen Marktanteil von 75 Prozent, in der Schweiz auf rund 60 Prozent. In Deutschland und Österreich wird vor allem im Bereich Anleihen und Immobilien auf einen Nachhaltigkeitsfokus zurückgegriffen. In der Schweiz dominieren Aktieninvestments.
Mit Performance- und Risikoeigenschaften von nachhaltigen Investmentfonds und den Unterschieden zu traditionellen Anlageprodukten befasst sich auch der Beitrag von Michael Busack, Ellen Hoerth und Hendrik Schlimper von Absolut Research in der Ausgabe 4|2014 des Absolut|report. Weitere Informationen zum Artikel können hier abgerufen werden.