ESG-Kriterien als Alpha-Quelle
Die Einbeziehung von ESG-Kriterien in die Investmententscheidung birgt viele Chancen für institutionelle Investoren, stellt ein Researchpapier fest, das vom Global Financial Institute und der Deutschen Asset & Wealth Management veröffentlicht wurde. Insbesondere als Tool im Riskomanagement eignen sich die auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichteten Kriterien. Unternehmen, die gezielt auf zufriedene Mitarbeiter oder neutrale Anreizsysteme im Management setzen, liefern oftmals höhere Renditen als Wettbewerber, zeigt der Autor Dr. Andreas Hoepner. In Bezug auf ESG-konforme Investments bestehen derzeit noch zahlreiche Ineffizienzen am Kapitalmarkt, die von Investoren ausgenutzt werden können.
Quelle: Deutsche Asset & Wealth Management (2013)
Beispielsweise liefern Unternehmen mit den höchsten ESG-Ratings hinsichtlich Energieeffizienz aus Industrie oder Immobilienwirtschaft höhere Renditen als vergleichbare Firmen mit schlechterer Ökobilanz. In Humankapital-intensiven Branchen wie IT oder Finance stehen dagegen oftmals die Unternehmen mit dem besten Arbeitsklima an der Spitze. Der Autor zeigt, dass 3 von 10 sektor-basierten Nachhaltigkeitsportfolios ihre Marktbenchmark um mehr als 6 % pro Jahr schlagen. Gleichzeitig liefert keiner der Ansätze schlechtere Renditen als das vergleichbare ESG-neutrale Sektorportfolio.
Die größte Outperformance erreicht der Sektor Health Care mit 10,8 % p.a.. Nachhaltige Industrieunternehmen liefern eine Überrendite von rund 6,5 %. Die Ergebnisse basieren großenteils auf öffentlich zugänglichen Informationen und zeigen, dass offenbar noch große Ineffizienzen bestehen, die ESG-konformen Investoren zu Gute kommen können.