25.04.2019 | Studie

ESG-Integration in der EMEA-Region

Das CFA Institute und die PRI haben den Status der ESG-Integration für die verschiedenen EMEA-Regionen untersucht. Die Mehrheit der fast 400 befragten Finanzaktuere berücksichtigt in der Anlageentscheidung überwiegend den Governance-Faktor, Umwelt- und Sozialfaktoren sind aber ebenfalls deutlich in den Fokus der Befragten gerückt. Derzeit schätzen 60 %, dass vor allem Governance-Aspekte den Aktienkurs beeinflussen. Gleiches gilt für Unternehmens- und Staatsanleihen, auch wenn hier die Auswirkungen etwas geringer bewertet werden. Die Befragten gehen aber davon aus, dass der Einfluss von ESG-Faktoren auf die Renditen in den nächsten Jahren deutlich steigen wird, wobei die ESG-Risiken stärker ins Gewicht fallen als die Chancen. 
 

Quelle: CFA Institute & PRI

Im Vergleich zu den anderen EMEA-Regionen steht die ESG-Integration in Deutschland noch am Anfang und wird vergleichsweise wenig umgesetzt. In der qualitativen Komponente der ESG-Integration, dem Research, greifen deutsche Investoren auf eigene ESG-Analysen, Besprechungen in Meetings und Engagement-Aktivitäten zurück. Bei der Bewertung der Anlageopportunitäten wird im Aktienbereich der Einfluss von ESG-Faktoren auf die finanzielle Performance berücksichtigt und die Variablen der Bewertungsmodelle angepasst. Für Anleihen werden die Auswirkungen von ESG-Faktoren auf den Cashflows abgeschätzt.


Quelle: CFA Institute & PRI

Es zeichnet sich in Deutschland aber ein deutlicher Wachstumstrend ab.
Die Studienteilnehmer aus Deutschland überprüfen bei den Investmentanalysen im Durchschnitt über 10 ESG-KPIs und beziehen sie u.a. in den Diskontierungssatz, Bewertungskennziffern und Credit Spreads ein. Wie in den EMEA-Regionen insgesamt, liegt auch in Deutschland der Fokus stärker auf den ESG-Risiken als auf den ESG-Chancen. Grund hierfür ist, dass in den Downside-Risiken ein größerer Wertverlust gesehen wird als mögliche Gewinnchancen durch ESG-Opportunitäten. Die ESG-Bewertungsmodelle des Aktienportfolios werden deutlich häufiger angepasst als für Anleihen.
Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage wird in Deutschland inzwischen nicht mehr nur als Trend oder Modererscheinung begriffen. Die Befragten rechnen mit einer weiteren Bedeutungszunahme des Themas.



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