20.11.2018 | Studie

ESG-Integration gewinnt an Relevanz

Das Beratungshaus Kirstein und die Investment Boutique mtx (Vontobel) haben den Markt für nachhaltige Investments untersucht, wobei ein Schwerpunkt auf Nordeuropa lag. Demnach hat eine Befragung unter europäischen institutionellen Investoren ergeben, dass in Nordeuropa, und vor allem in Dänemark, Norwegen und Schweden, ESG-Themen eine größere Bedeutung beigemessen wird. Auch wenn sich hinsichtlich der Anlagestrategie länderspezifische Trends feststellen lassen, gewinnt die ESG-Integration in allen Ländern an Relevanz, während Ausschlusskriterien sowie Themen-Investments in den Hintergrund rücken. Die ESG-Integration wird aber trotz des breiten Zuspruchs erst von weniger als 50 % angewendet.


Quelle: Kirstein

Während das Hauptargument für die ESG-Integration eine bessere risikoadjustierte Rendite ist, bestehen die größten Schwierigkeiten bei der Frage, wie sich die materiellen ESG-Kriterien am besten integrieren lassen.

Der von den Autoren vorgestellte Ansatz zur ESG-Integration basiert auf 4 Säulen. Zunächst wird ein Unternehmen nach dem ROIC bewertet, gefolgt von einem Branchenvergleich und der Bewertung des Fair Value. Zuletzt werden die ESG-Kriterien angewendet. Im Unternehmensmanagement müssen materielle ESG-Aspekte Bestandteil sein. Der Fokus liegt insbesondere auf den Fähigkeiten, die für die Branche üblichen idiosynkratrischen Schocks bewältigen zu können. Die hierfür benötigten Daten werden von ESG-Ratingagenturen bezogen und mit eigenem Research und Engagement erweitert. Wichtig ist außerdem, dass aufseiten der ESG-Evaluierung Experten beteiligt sind, die Fachkenntnisse und Branchenerfahrung mitbringen.

Verglichen wurden die Unternehmen, die eine gute Bewertung hinsichtlich der Finanzanalyse (1. und 2. Säule) erhielten, mit denjenigen Unternehmen, die zusätzlich aufgrund ihres guten ESG-Scores selektiert wurden. Die Integration von ESG-Faktoren hat zu einer Outperformance geführt. Dieser Effekt hat sich bei reinen Emerging-Market-Portfolios zusätzlich verstärkt.


Quelle: Vontobel Asset Management

Die Studie zeigt, dass die Integration von ESG-Aspekten maßgeblich dazu beiträgt, idiosynkratische Schocks zu vermeiden und so als Portfolioschutz verstanden werden kann. Es können bereits gute Effekt erreicht werden, wenn die 30 % der Unternehmen, die den schlechtesten ESG-Score erhalten haben, ausgeschlossen werden. Außerdem lässt sich die ESG-Integration am besten bei längerfristigen Investitionen umsetzen sowie in Portfolios, die eine begrenzte Titelanzahl haben. Vor allem bei Emerging-Market-Investments, wo größere betriebliche und systemische Risiken bestehen, kann die ESG-Integration einen hohen Mehrwert liefern.  


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Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 31 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 140 Universen.

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