19.05.2017 | Märkte

ESG-Bewertung der DAX-Unternehmen

Union Investment hat in Zusammenarbeit mit dem Stimmrechtsberater Ivox Glass Lewis ein quantitatives Corporate-Governance-Ranking für DAX-Unternehmen entwickelt und die Ergebnisse Anfang 2017 veröffentlicht. Das Ranking basiert auf 91 Kriterien, die sich in folgende Oberkategorien untergliedern: Transparenz, Kapital-/Aktionärsrechte, Vorstand, Aufsichtsrat, Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Punktzahl reicht von 20 (Best Case) bis -50 (Worst Case) und wird abschließend in ein Schulnotensystem überführt.
Das Ergebnis zeigt, dass alle Unternehmen unter Corporate-Governance-Gesichtspunkten investierbar sind, auch wenn Aufholbedarf besteht. Insbesondere bei den Themen Diversity (Internationalität der Führungs- und Kontrollgremien), Vergütung des Topmanagements, Besetzung des Aufsichtsrates und Transparenz (z.B. Ausweis der Sitzungsteilnahme des Aufsichtsrates) gibt es Verbesserungspotenzial. Im Mittel erreichten die Unternehmen eine nur befriedigende Note von 2,7. Allianz und Deutsche Börse schnitten am besten ab, SAP und Volkswagen landeten auf den letzten Plätzen.


Quelle: Union Investment

Auch das Researchunternehmen RepRisk hat die ESG-Performance der DAX-Konzerne überprüft. Als Bewertungskriterien wurden sowohl Governance- als auch Umwelt- und Sozial-Kriterien genutzt. Die in dem Benchmarking Report veröffentlichten Ergebnisse bestätigen die Ergebnisse von Union Investment und Ivox Glass Lewis. Die DAX-Unternehmen erreichen auch nach der Methodik von RepRisk ein nur durchschnittliches Rating von BB.


Quelle: RepRisk

Von ESG-Risiken am stärksten betroffen sind die Finanz-, Automobil-, Chemie-, Industrie- und Versorgungsbranche. Die Unternehmen wurden vor allem aufgrund von Betrug, gesundheitsschädlichen und umweltschädlichen Produkten, gesellschaftlichen Auswirkungen und Korruption/Erpressung/Geldwäsche im ESG-Rating abgewertet.


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