Entwicklungsfaktoren afrikanischer Anleihenmärkte
Ein aktueller Forschungsaufsatz des Internationalen Währungsfonds (IWF) untersucht die Entwicklung der Anleihenmärkte in Lokalwährung in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Afrika ist noch immer Netto-Kapitalexporteur zum Rest der Welt, da intermediäre Kanäle zur Verteilung des vorhandenen Kapitals noch unterentwickelt sind. Die Schaffung etablierter Fremdkapitalmärkte ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents daher von zentraler Bedeutung, schreiben Yibin Mu, Peter Phelps und Janet G. Stotsky. Sie untersuchen, welche Faktoren die Marktkapitalisierung afrikanischer Staats- und Unternehmensanleihen in lokaler Währung beeinflussen.
Quelle: Mu, Phelps, Stotsky (2013)
Den größten Einfluss auf die Größe des Staatsanleihenmarkts haben demnach institutionelle Faktoren, gefolgt von der Zinsvolatilität. Negative Faktoren sind das Haushaltsdefizit und die Volatilität des Dollar-Wechselkurses. Für die Entwicklung des Marktsegments für Unternehmensanleihen weisen die Autoren dem Entwicklungsstand der Wirtschaft und des Rechtssystems die größte Bedeutung nach.
Quelle: Mu, Phelps, Stotsky (2013)
Die empirische Analyse zeigt, dass Staatsanleihen in Lokalwährung in den einzelnen Ländern unterschiedlich weit entwickelt sind. Im Durchschnitt liegt der Anteil von Staatsanleihen am lokalen Bondmarkt aber bei rund 90%. Die Marktkapitalisierung von Unternehmensanleihen dagegen beträgt nur rund 1,8 % der jährlichen Wirtschaftsleistung und liegt damit weltweit am untersten Ende der Skala. Jedoch zeigt sich in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung. Nach Südafrika (16 %), besitzen Ghana (3,9 %) und Botswana (2.0 %) gemessen am BIP die am weitesten entwickelten Märkte für Unternehmensanleihen in Lokalwährung. In den Industriestaaten schwankt dieser Wert von 27 % in Kanada bis 99 % in den USA.