Entwicklung von globalen Infrastrukturinvestitionen
Nach dem Pandemieschock im Jahr 2020 haben sich Infrastrukturinvestitionen auf den Primärmärkten erholt und lagen 2021 nur noch 0,3 % unter dem Niveau von 2019, zeigt ein Bericht des Global Infrastructure Hub. Diese Erholung ist vor allem auf das Wachstum in den am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen – Ozeanien, Lateinamerika und Asien – zurückzuführen, wo die Investitionen nach den regionalen Rückgängen im Jahr 2020 wieder anstiegen.
Seit acht Jahren stagnieren sowohl die Anzahl der Transaktionen als auch das verwaltete Volumen. Im Jahr 2021 lagen die Investitionen bei 172 Mrd. US-Dollar und damit weit unter dem Niveau, das erforderlich wäre, um die Investitionslücke im Infrastrukturbereich zu schließen.

Quelle: Global Infrastructure Hub (2023)
Der Trend bei den Infrastrukturinvestitionen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen ist rückläufig. 2021 sank das Volumen hier um 8,8 % auf einen Anteil von 20 % der weltweiten Gesamtinvestitionen. Mit einem Anstieg um 8,3 % entfielen 80 % auf Länder mit hohem Einkommen.
Im Jahr 2021 waren 60 % der weltweiten Investitionen in Infrastrukturprojekte „grün“. Ein Großteil davon floss in erneuerbare Energien. Der globale Trend weg von Anlagen in nicht erneuerbare Energieprojekte setzte sich mit einem Anteil von lediglich 11 % fort. Der Anteil grüner Investitionen ist in Ländern mit hohem Einkommen nach wie vor höher, aber auch in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen ist dieser Trend zu beobachten. Zunehmend interessieren sich Investoren auch für Telekommunikation und soziale Infrastruktur; Sektoren, die in der Vergangenheit nur sehr geringe Volumina anzogen.

Quelle: Global Infrastructure Hub (2023)
Mit Ausnahme der Corona-Pandemie boten Infrastrukturaktien Anlegern in der letzten Dekade steigende Renditen. In der ersten Hälfte des Jahres 2022 drückten die schnell steigende Inflation und die damit einhergehenden steigenden Zinsen allerdings die Renditen börsennotierter Infrastrukturaktien um -1,9 % und die Renditen nicht börsennotierter Infrastrukturaktien um -5,2 %. Doch der Renditerückgang fällt hier deutlich geringer aus als bei börsennotierten Aktien weltweit (-20 %).
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