Entschuldungsprozess seit der Finanzkrise
Der Anfang Januar vom McKinsey Global Institute veröffentlichte Research Report "Debt and deleveraging: Uneven process on the path to growth" untersucht den Entschuldungsprozess der privaten und öffentlichen Haushalte in zehn entwickelten Industrienationen seit Beginn der Finanzkrise. Schon damals hatte McKinsey auf die Risiken von niedrigem Wachstum gepaart mit hohen Schulden aufmerksam gemacht. Seitdem gehe der Entschuldungsprozess nur schleppend voran, was insbesondere an den stark steigenden Staatsschulden liege.
Quelle: McKinsey
Deutschland war demnach bereits auf einem guten Weg der Konsolidierung. Die steigenden Staatsschulden im Zuge der Bankenunterstützung und nun der europäischen Hilfen habe die Entschlackung des privaten Sektors dann leider ausgehebelt. In den USA haben sich die Schulden hingegen deutlich verringert, getrieben durch Deleveraging im privaten Sektor.
Während Schweden und Finnland Positivbeispiele für eine Verringerung der Verschuldung darstellen, zeigen Großbritannien, Spanien und Frankreich eine beunruhigende Entwicklung. Dies gelte besonders für Spanien, da es im Gegensatz zu Großbritannien und Frankreich nur wenige Optionen für wirtschaftliche Stimuli besitzt und als Mitglied des Euroraums auch währungspolitisch nicht eigenständig agieren kann.
Interessant ist in jedem Fall ein Blick auf die Zusammensetzung der gesamten Schulden eines Landes. Von den europäischen Krisenländern zeigt nur Irland eine sehr hohe Schuldensumme. Problematisch in Griechenland und Italien sind vor allem die ausufernden Staatsschulden, während in Portugal und Spanien eher die privaten Schulden das Bild dominieren.
Quelle: McKinsey