02.01.2017 | Märkte

EIOPA-Stresstest: Lebensversicherer insgesamt stabil

Die europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA hat in einem Stresstest die Solvenz von insgesamt 236 europäischen Lebensversicherungen untersucht. Aktuell verfügen sämtliche Assekuranzen über mehr Assets als Verbindlichkeiten. Im Mittel beträgt die SCR Ratio 196 %, während die MCR Ratio bei 533 % liegt. Lediglich 2 Gesellschaften weisen eine SCR Ratio unter 100 % auf. Diese Zahlen verschlechtern sich, wenn die Übergangsregelungen des Solvency II nicht zur Anwendung kommen. In diesem Fall steigt die Quote der Institute, die eine SCR Ratio unter 100 % aufweisen, auf 14 %.


Quelle: EIOPA

Weiterhin untersucht EIOPA die Auswirkungen zweier Stress-Szenarien. Das Double-Hit-Szenario unterstellt ein langfristiges Niedrigzinsumfeld bei einem gleichzeitigen Anstieg der Risikoprämien. Das Low-For-Long-Szenario unterstellt ein langfristiges Anhalten des Niedrigzinses bei niedrigem Produktivitätswachstum, was zu niedriger Inflation und Knappheit an risikolosen Assets führt. Beide Szenarien führen zu einem Rückgang der Assets over Liabilities Ratio von ca. 2,2 Prozentpunkten. Im Double-Hit-Szenario sinken die Überschüsse um 160 Mrd. Euro (- 28,9 %), beim Low-Yield-Umfeld sind es 100 Mrd. Euro (- 18 %). Auch hier würde eine Nichtbeachtung der Übergangsregelungen zu einer signifikanten Verschärfung führen: In diesem Falle sänken die Überschüsse um 102,8 % bzw. 30,5 % ab. Dies verdeutlicht die Bedeutung der Übergangsregelungen, da ohne diese die Versicherer im Stressumfeld zu Notverkäufen und De-Risking gezwungen sein könnten, was weiteren Druck auf die Asset-Preise ausüben und Risiken für die Finanzmarktstabilität nach sich ziehen würde.

Diese Änderungen verteilen sich nicht gleichmäßig über die europäischen Länder, sondern sind unterschiedlich konzentriert. Deutschland weist in beiden Szenarien eine relativ hohe Anfälligkeit auf.


Quelle: EIOPA

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