Einsatz von Forderungsverbriefungen zur Unternehmensrefinanzierung steigt
Verbriefungen von Trade Receivables werden von Unternehmen zunehmend genutzt, um ihren Refinanzierungsbedarf zu decken, zeigt eine Studie von Demica, einer in London ansässigen Beratungsfirma. Hierzu wurden die 30 größten Banken Europas sowie eine Reihe weiterer in Europa tätiger Institute, deren Hauptsitz in den USA liegt, befragt. 80 Prozent der Institute verzeichneten im Jahr 2013 einen Anstieg in diesem Segment mit Wachstumsraten von 10 bis 35 Prozent. Dabei stehen zwei Faktoren im Vordergrund: Einerseits der Bedarf von Unternehmen, sich angesichts zurückgehender Kreditvergabe alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen, andererseits die konjunkturelle Erholung, die zu einem Absinken der Unsicherheit im Markt geführt hat. Aufgrund der Zersplitterung des europäischen Marktes im Vergleich zu den USA ist es wenig verwunderlich, dass die Befragten den US-Verbriefungsmarkt als wesentlich weiter ausgebaut betrachten. Dennoch ist die Anzahl der Transaktionen in Europa höher, allerdings bei deutlich geringeren Volumina.
Zu den am häufigsten genannten Gründen für Unternehmen, sich über die Forderungsverbriefungen zu refinanzieren, gehören die niedrigeren Refinanzierungskosten - insbesondere für nicht geratete oder bonitätsmäßig schwach aufgestellte Unternehmen. Zwei Drittel der befragten Banken haben ein Trade-Receivables-Portfolio, das sich gleichmäßig über Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Unternehmen verteilt, wobei einige Institute eine stärkere Fokussierung auf den Sub-Investment-Grade-Bereich aufweisen. Im Schnitt gehen die Befragten davon aus, dass Forderungsverbriefungen 20 bis 30 Prozent des Finanzierungsbedarfes von Unternehmen ausmachen können. Demzufolge messen auch 65 Prozent der Banken diesem Instrument hohe Bedeutung zu und nahezu alle Institute planen eine Ausweitung ihres Engagements. Voraussetzung für die Fortsetzung der positiven Entwicklung ist auf Unternehmensebene, dass diese den entsprechenden Reporting-Pflichten nachkommen und ihre Bankpartner die notwendige fachliche Expertise aufweisen.