Einfluss von steigenden Rohstoffpreisen auf Corporate Credit Rating
Ein am 16. Mai 2011 veröffentlichter Research Report von Fitch Ratings untersucht umfassend den Einfluss von Preissteigerungen bei landwirtschaftlichen Rohstoffen auf das Rating von in diesem Sektor tätigen Unternehmen. Das Analysten-Team kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Sektor hinsichtlich der Anfälligkeit für Inflation in drei Bereiche einteilen lässt und analysiert diese jeweils ausführlich. Lediglich Unternehmen der dritten Gruppe müssten bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen mit Ratingveränderung rechnen.
Quelle: Fitch Ratings
Der erste Block umfasst in erster Linie Rohstoff- Handelshäuser und ist einerseits charakterisiert durch ein hohes, direktes Exposure zu Rohstoffpreissteigerungen, andererseits durch die Fähigkeit die Preisbewegungen an die Abnehmer weiterzugeben. Allerdings sind hohe Liquiditätsreserven erforderlich um die Preissteigerungen des Vorratsvermögens finanzieren zu können.
Bereich zwei umfaßt die großen weiterverarbeitenden Unternehmen und zeichnet sich durch globale Aktivitäten aus. Durch Präsenz in verschiedenen Ländern und Zugang zu unterschiedlichen Märkten sind Unternehmen aus diesem Sektor nur begrenzt den Verteuerungen landwirtschaftlicher Rohstoffe ausgeliefert. Sie können mit Kostenreduzierungen reagieren und durch moderate Nachfrageelastizität einen Teil an den Kunden weitergeben. Vor allem Brauereien, Hersteller von Marken-Nahrungsmitteln und Mid-Market Hersteller von Bekleidung fallen in diese Kategorie.
Der dritte Bereich beinhaltet Verkäufer von hochwertiger Bekleidung und Nahrungsmittelproduzenten, die vorwiegend in Westeuropa präsent sind. Sie ist die vermeintlich schwächste Gruppe und kann Preissteigerungen nur bedingt weitergeben. Den Analysten zufolge ist diese Gruppe die einzige, dessen Kreditrating von anhaltend hohen Rohstoffpreisen beeinflusst werden könnte.