Einfluss von Investoren auf die Umweltpolitik von Unternehmen
Die Strategieberatung adelphi hat im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zwei Studien zum Einfluss von Investoren auf die Klimaschutzziele von Unternehmen durchgeführt, die Ende April veröffentlicht wurden. Die erste Studie untersucht die Treibhausgasintensität von Investments privater Haushalte, die zweite Studie "Klimaschutz durch Kapitalanlagen: Wirkung von Klima- und Nachhaltigkeitsfonds auf deutsche Aktienunternehmen" geht auf den Einfluss von Investoren auf die Unternehmenspolitik ein. Demnach ist dieser in den letzten Jahren zwar gestiegen, jedoch in manchen Bereichen noch gering.
Quelle: adelphi
So würden Klimafonds nur bei kleinen Unternehmen zu einer Verbesserung der Finanzierungsbedingungen beitragen. Bei den kapitalmarktorientierten Themen werden große und technikorientierte Unternehmen deutlich stärker von Nachhaltigkeitsfragen tangiert. So gaben bei den DAX-Unternehmen 38% an, dass Klimaziele für ihre Investoren eine Rolle spielten, im MDAX 20% und im TecDAX 44%. Bei den DAX-Unternehmen gehen daher auch 37% von einer Signifikanz der Klimapolitik von Unternehmen für Finanzanalysten aus, bei den MDAX-Unternehmen sind es nur 20% und bei den TecDAX-Unternehmen 25%.
Quelle: adelphi
Die Arbeit von Nachhaltigkeitsratingagenturen wird als wichtig bei der Schaffung eines Mainstreams zur Nachhaltigkeit gesehen, auch legitimieren sich rund die Hälfte der Corporate-&-Social-Responsability-Abteilungen über solche Ratings. Das Carbon-Disclosure-Projekt der Bundesregierung führe zu mehr Transparenz bei den Emissionen von Unternehmen, habe jedoch keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik. Allerdings würden bei den DAX-Unternehmen vermehrt Investorenfragen zu nachhaltigem Wirtschaften auftreten. Insgesamt deutet die Studie auf einen zunehmenden Einfluss von Nachhaltigkeit auf die Unternehmensführung hin, ist jedoch noch kein Mainstream.
Quelle: adelphi