13.03.2023 | Research

Einfluss von ESG-Fonds auf Nachhaltigkeitsperformance der Unternehmen

Emil Lakkis von der University of Michigan untersucht in einem Research Paper, ob ESG-Fonds die Nachhaltigkeitsperformance ihrer Portfoliounternehmen verbessern. Dabei fokussiert sich der Autor auf den Umweltaspekt, gemessen an Emissionen giftiger Chemikalien durch Unternehmen. Um systematische Verzerrungen auszuschließen, wird ein Difference-in-Difference-Ansatz verwendet, der auf einer Änderung der Konstruktionsmethode der MSCI ESG Leaders Indizes im Jahr 2018 basiert, welche zum Ausschluss einer Reihe von bisherigen Indexkonstituenten nach der Änderung führte. Dies ging für die betroffenen Unternehmen einher mit einer signifikanten Reduzierung des von ESG-Fonds gehaltenen Eigenkapitalanteils. Damit kann die Änderung der Konstruktionsmethodologie als exogener Schock auf die ESG-Ownership eines Unternehmens betrachtet werden. 

Abhängig von der konkreten Spezifizierung ergeben sich für betroffene Unternehmen nach dem Ausschluss zwischen 34 und 41 % höhere Emissionen. Grund hierfür ist eine Ausweitung der operativen Tätigkeiten des Unternehmens. Erklärt werden kann dies durch den Wegfall des Monitorings von ESG-Fonds. Zwar verwalten diese nur einen geringen durchschnittlichen Anteil von 0,4 % des Eigenkapitals der Unternehmen, so dass es unwahrscheinlich ist, dass die Fonds die Unternehmen direkt beeinflussen. Große Fondsanbieter vereinheitlichen allerdings vielfach ihre Voting-Aktivitäten, so dass über diesen Kanal auch die Stimmen konventioneller Fonds desselben Anbieters für die Beeinflussung der Unternehmensleitungen genutzt werden können. Nach einem Desinvestment durch den ESG-Fonds hat der Rest der Fonds des Anbieters weniger Anreiz, Einfluss auf die Umwelt-Politik des Unternehmens zu nehmen. 
 


Quelle: Lakkis, 2022



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