03.07.2018 | Research

Einfluss systematischer Risikofaktoren auf Corporate Spreads

Arne Klein und Kamil Pliszka von der Bundesbank haben in einem Researchpaper die Regimeabhängigkeit des Einflusses systematischer Risikofaktoren auf die Spreads von Unternehmensanleihen in Europa untersucht. Die relevanten Risikofaktoren, u.a. Veränderungen in der Arbeitslosenquote – ein Index für das ökonomische Sentiment und Aktienrenditen – werden nicht diskretionär, sondern über ein Bayesian-Model-Averaging-Verfahren selektiert. Mittels eines Markov-Switching-Modells unterscheiden die Autoren normale Marktphasen von Krisenzeiten. Auffällig ist, dass Anleihen mit BBB-Rating länger im Krisenmodus verharren als Papiere, die ein AA-Rating aufweisen. Das Datensample umfasst den Zeitraum 2003 bis 2015.

Es zeigt sich, dass systematische Einflussfaktoren wie Aktienrenditen (EUROSTX) sowie Veränderungen der Arbeitslosigkeit (UNEMPL) oder Rendite bei deutschen Benchmark-Anleihen (GOV5yr) in Krisenphasen (V=2) wesentlich stärkere Einflüsse auf die Spreads von Corporates ausüben als in einem normalen Marktumfeld. Dies betrifft sowohl die Größe der Koeffizienten als auch ihre Signifikanz. Die Autoren interpretieren dies dahingehend, dass Investoren bei Marktturbulenzen ihre Anleihenbewertungen stärker von fundamentalen Faktoren abhängig machen, während idiosynkratische Einflüsse in den Hintergrund treten. Insbesondere betrifft dies die Signifikanz bei der Erwartung der allgemeinen Entwicklung künftiger Unternehmensgewinne und damit die Ausfallwahrscheinlichkeiten der Anleihen.


Quelle: Klein, Pliszka, 2018


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