10.12.2009 | Research

Eigenschaften inflationsindexierter Anleihen

In einem aktuellen Working Paper gehen die renommierten Professoren John J. Campbell (Harvard), Robert Shiller (Yale) und Luis Viceira (Harvard) den Rendite- und Risikoeigenschaften von inflationsindexierten Anleihen auf den Grund. Für die Analyse beschränken sich die Autoren auf die Märkte in Großbritannien und den USA, da diese die größten und ältesten Märkte für inflationsgebundene Titel sind. In Großbritannien betrug das Volumen inflationsindexierter Anleihen 30% des gesamten Emissionsvolumens im Jahr 2008, in den USA immerhin 10%.



Um Renditen und Risiken inflationsindexierter Anleihen zu verstehen, müssen beeinflussende Komponenten betrachtet werden. Dabei handelt es sich um den derzeitigen und erwarteten kurzfristigen Realzins, die Unterschiede zwischen lang- und kurzfristigen realen Bond-Renditen durch eine Risikoprämie sowie Unterschiede der Renditen durch Liquiditätsprämien.

In Ihrer Untersuchung finden die Autoren stark rückläufige Renditen zwischen den 90’er Jahren und der Mitte dieses Jahrzehnts sowie eine hohe Instabilität der Renditen in 2008, was erstaunlich ist. Inflationsindexierte Anleihen sollten relativ stabile Renditen erzielen, da der Realzins durch das Grenzprodukt des Kapitals bestimmt wird. Eine Ursache gesunkener Renditen zwischen der Entstehung inflationsindexierter Anleihen und heute sehen die Autoren in der Marktentwicklung. Während es zu Anfang kaum institutionelle Anleger in dieser Anlageklasse gab, ist die Nachfrage besonders bei britischen Pensionskassen stark gestiegen und hat die Renditen gedrückt.

Dennoch seien Inflationsanleihen gerade für langfristig orientierte Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen geeignet, um sich gegen langfristige Verbindlichkeiten abzusichern. Damit dieser Hedge sichtbar wird, müssen die Investoren ihre langfristigen Verbindlichkeiten jedoch mit den Realzinsen diskontieren. Aus der Sicht kurzfristig orientierter Investoren ist besonders die negative Korrelation zu Aktienmärkten interessant. Diese lässt sich jedoch nur zum Teil durch die verwendeten Modelle erklären.

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