28.06.2005 | 

Eichel und Snow für mehr Transparenz bei Hedge-Fonds - Trichet gegen nationale Alleingänge - Anleger sehen Risiken

Der deutsche Finanzminister Hans Eichel und sein US-Amtskollege John

Snow haben sich gemeinsam für eine höhere Transparenz bei Hedge-Fonds

ausgesprochen. Über die weitere Politik gegenüber der

Hedgefonds-Branche würden bilaterale Gespräche zwischen den beiden

Staaten geführt, sagte Eichel in Frankfurt. Differenzen zwischen den

beiden Regierungen bestehen jedoch in der Frage einer weitergehenden

Regulierung von Hedge-Fonds. Während die USA zurzeit keine neuen

Regulierungen einführen möchten, setzt sich Bundeskanzler Gerhard

Schröder auch auf internationaler Ebene für strengere Auflagen ein. Die

Bundesregierung prüft schärfere Vorschriften.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet,

wandte sich gegen nationale Alleingänge zur strengeren Regulierung von

Hedge-Fonds. Noch verstehe man nicht, warum der Hedgefonds-Markt so

stark zugenommen habe. "Ich habe zu diesem Zeitpunkt keine

Schlussfolgerung anzubieten", erklärte der EZB-Chef. Die britsche

Finanzaufsichtsbehörde (FSA) hält die derzeitigen Risiken, die von

Hedge-Fonds ausgehen, für begrenzt. Sie warnte davor, mit strengeren

Regularien Hedge-Fonds in Offshore-Standorte zu vertreiben. Vertreter

der Hedgefonds-Branche gaben zu Bedenken, dass das gesamte Volumen

ihrer Fonds mit 1,2 Billionen US-Dollar gegenüber den traditionellen

US-Investmentfonds mit 7 Billionen Dollar noch relativ gering sei.

Nach einer Umfrage von Sentix und Handelsblatt schätzen die deutschen

Investoren zurzeit die Hedge-Fonds als ein Risikopotenzial für die

weltweiten Finanzmärkte ein. Sollte ein Hedge-Fonds in eine Krise

geraten, so befürchtet die Hälfte der 700 befragten Anleger Probleme

für die gesamten Märkte. Ein Drittel der Befragten schätzt die

Wahrscheinlichkeit für die Schieflage eines Hedge-Fonds auf mindestens

70 Prozent. An der Umfrage haben sich auch 135 institutionelle Anleger

beteiligt.

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