Eichel und Snow für mehr Transparenz bei Hedge-Fonds - Trichet gegen nationale Alleingänge - Anleger sehen Risiken
Der deutsche Finanzminister Hans Eichel und sein US-Amtskollege John
Snow haben sich gemeinsam für eine höhere Transparenz bei Hedge-Fonds
ausgesprochen. Über die weitere Politik gegenüber der
Hedgefonds-Branche würden bilaterale Gespräche zwischen den beiden
Staaten geführt, sagte Eichel in Frankfurt. Differenzen zwischen den
beiden Regierungen bestehen jedoch in der Frage einer weitergehenden
Regulierung von Hedge-Fonds. Während die USA zurzeit keine neuen
Regulierungen einführen möchten, setzt sich Bundeskanzler Gerhard
Schröder auch auf internationaler Ebene für strengere Auflagen ein. Die
Bundesregierung prüft schärfere Vorschriften.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet,
wandte sich gegen nationale Alleingänge zur strengeren Regulierung von
Hedge-Fonds. Noch verstehe man nicht, warum der Hedgefonds-Markt so
stark zugenommen habe. "Ich habe zu diesem Zeitpunkt keine
Schlussfolgerung anzubieten", erklärte der EZB-Chef. Die britsche
Finanzaufsichtsbehörde (FSA) hält die derzeitigen Risiken, die von
Hedge-Fonds ausgehen, für begrenzt. Sie warnte davor, mit strengeren
Regularien Hedge-Fonds in Offshore-Standorte zu vertreiben. Vertreter
der Hedgefonds-Branche gaben zu Bedenken, dass das gesamte Volumen
ihrer Fonds mit 1,2 Billionen US-Dollar gegenüber den traditionellen
US-Investmentfonds mit 7 Billionen Dollar noch relativ gering sei.
Nach einer Umfrage von Sentix und Handelsblatt schätzen die deutschen
Investoren zurzeit die Hedge-Fonds als ein Risikopotenzial für die
weltweiten Finanzmärkte ein. Sollte ein Hedge-Fonds in eine Krise
geraten, so befürchtet die Hälfte der 700 befragten Anleger Probleme
für die gesamten Märkte. Ein Drittel der Befragten schätzt die
Wahrscheinlichkeit für die Schieflage eines Hedge-Fonds auf mindestens
70 Prozent. An der Umfrage haben sich auch 135 institutionelle Anleger
beteiligt.
zurück