07.04.2010 | Studie

Edhec kritisch zur Umsetzung von Hedgefonds-Strategien in UCITS

Eine umfangreiche Studie zur Implementierung von Hedgefonds-Strategien in das UCITS-Rahmenwerk ist Ende März vom Edhec Risk Institute veröffentlicht worden. Die Publikation mit dem Titel "Are Hedge-Fund UCITS the Cure-All?" geht kritisch mit der Umsetzung von alternativen Investmentstrategien im UCITS-Mantel um und bemängelt sowohl falsche Anreizsetzung als auch operationale Schwierigkeiten.

Grundsätzlich interessieren sich institutionelle Investoren sehr für alternative Investmentstrategien. 62,5% der Versicherungsunternehmen gaben an, in diese Strategien in Form eines UCITS-Produktes investieren zu wollen. Die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Umsetzung wird den Strategien Long/Short Equity, Managed Futures und Global Macro zugeschrieben, da diese über liquide Instrumente abbildbar seien.


Quelle: Edhec Risk Institute

Dachfonds und Multi-Strategy-Fonds würden wohl eher direkt in Europa angesiedelt, anstatt sie in eine UCITS-Struktur zu setzen. Die Mehrheit der Investoren geht davon aus, dass durch den UCITS-Mantel die Strategien verwässert werden und die Renditen kleiner ausfallen. So gaben 69% an, dass allein aufgrund der ausfallenden Illiquiditätsprämien die Renditen kleiner ausfallen müssten. 80% der institutionellen Investoren gaben an, dass sie sich den Zugang zu alternativen Strategien ohne UCITS-Restriktionen wünschen, 97% gaben an, dass das Rahmenwerk für Hedgefonds nicht notwendig sei.

So seien laut Edhec insbesondere operationale Risiken nicht ausreichend berücksichtigt. Während 70% der Befragten davon ausgehen, dass die Aufgaben der Depotverwalter ausreichend reguliert wären, finden 80% der befragten Depotverwalter und Custodians ihre Rolle unangemessen definiert und kritisieren vor allem die regionalen Unterschiede und ihre Verpflichtungen (77%), die Due-Diligence-Kriterien (54%), die Bewertung der Bewertungsmethoden (46%) und die Kosten für den Service von Hedgefonds-Strategien (31%).


Quelle: Edhec Risk Institute

Edhec sieht daher die gegenwärtigen UCITS-Regelungen als unzureichend für die regulierte Umsetzung von Hedgefonds-Strategien an und fordert eine anreizorientierte Regulierung. So sollten institutionelle Investoren Illiquiditätsprämien über geschlossene Fonds mit festem Zeithorizont vereinnahmen dürfen. Zusätzlich sollten sie direkt in Fonds investieren dürfen, die die AIFMD (Alternative Investment Fund Managers Directive) erfüllen.

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