BIS-Quartalsanalyse untersucht Länderrisiken im Kontext der Griechenland-Krise
Im März publizierte die BIS (Bank for International Settlements) ihren quartalsweise erscheinenden Report zur aktuellen Entwicklung der Finanzmärkte. Demnach beeinflusste das durch die Griechenland-Krise erneut ins Bewusstsein der Investoren gerückte Länderrisiko die Märkte im ersten Quartal nachhaltig negativ. Doch auch andere Faktoren hätten die seit Anfang 2009 fortschreitende Erholung beeinträchtigt.
Quelle: BIS
Hauptgrund für die Stagnation sei die abflauende Nachfrage nach riskanten Anlagen gewesen. Die weltweit unterschiedlich verlaufende realwirtschaftliche Erholung sowie widersprüchliche Konjunkturprognosen hätten die Unsicherheit der Investoren erhöht. In der Folge sanken die Aktienkurse, Volatilität und Risikoaversion nahmen zu. Die Haushaltskrise von Griechenland ließ generelle Befürchtungen über die Haushaltssituation einiger Länder im Euro-Raum aufkommen. Dadurch wurden die Preise risikobehafteter Anlagen insgesamt reduziert. Vor diesem Hintergrund verlor der Euro gegenüber anderen Währungen deutlich an Wert. Weltweit sanken die Aktienkurse außerdem, nachdem die chinesische Regierung eine Anhebung des Mindestreservesatzes für Einlageninstitute erhöhte. Außerdem steigen die Anleiherenditen und fielen die Aktienkurse, nachdem die U.S.-Notenbank unerwartet eine Anhebung des Diskontsatzes angekündigt hatte.
Quelle: BIS
Im Quartalsbericht finden sich darüber hinaus vier Artikel zu aktuellen Themen, bspw. zur Architektur des internationalen Bankgeschäftes oder zu Wechselkursen während Finanzkrisen. Wichtigstes Ergebnis der Bankenstatistiken war, dass die Bilanzen der Kreditinstitute auch im dritten Quartal 2009 schrumpften, jedoch deutlich langsamer als in den drei Quartalen davor. Dies sei hauptsächlich auf die gesunkene Kreditvergabe im Interbankengeschäft zurückzuführen. Außerdem reduzierte sich das Geschäft am Primärmarkt für Anleihen im vierten Quartal 2009 deutlich.