10.04.2018 | Research

Dynamik der Value-Prämie im Multi-Asset-Kontext

AQR hat in einem Research-Papier vom November 2017 die Eigenschaften von Value-Strategien untersucht. Dabei konzentrieren sich die Autoren auf sogenannte Deep-Value-Phasen, bei denen der Spread zwischen günstigen und teuren Assets besonders hoch ist. Um möglichst allgemeingültige Ergebnisse zu erhalten, verwenden die Autoren eine Reihe verschiedener Long/Short-Value-Ansätze für verschiedene Märkte, darunter Stock Selection für vier große Aktienmärkte und Asset Allocation in Aktienindizes, Bond Futures und Währungen. Insgesamt werden 522 Value-Strategien analysiert.


Quelle: Asness, Liew, Pedersen und Thapar (AQR)

Die Ergebnisse der Arbeit lassen sich in 7 Kernpunkten zusammenfassen. Zunächst wird gezeigt, dass die Höhe des Value Spreads die Performance von Value-Strategien beeinflusst: Ein hoher Spread geht mit einer hohen Rendite einher. Weiterhin weisen Value-Strategien nur ein geringes Marktbeta aber ein hohes Exposure zum Value-Faktor auf. Die Fundamentaldaten von Value-Titeln verschlechtern sich in Folge von Deep-Value-Phasen, das News Sentiment ist schwach und es gibt erhöhten Verkaufsdruck. Value-Arbitrage ist in Deep-Value-Phasen bedingt durch höhere Leerverkaufskosten und Volatilität weniger ertragreich, während gleichzeitig die Arbitrage-Aktivität ansteigt. Insgesamt schließen die Autoren, dass die Theorie, die positive Performance von Value-Strategien in der Vergangenheit sei lediglich statistisches Rauschen, verworfen werden kann. Verhaltensökonomische Ansätze und Über-Extrapolation vergangener Performance

Anschließend zeigen die Autoren, dass Deep-Value-Phasen zu Clustering neigen, also hohe Value Spreads über verschiedene Asset-Klassen und Einzelwerte hinweg simultan auftreten. Einzelne Strategien, die gezielt versuchen, über Timing Value-Prämien in Deep-Value-Phasen zu vereinnahmen, weisen meist kein signifikant positives Alpha auf. Erfolgversprechender ist es, verschiedene Intra-Value-Strategien zu kombinieren, die aus Long/Short-Portfolios innerhalb einzelner Branchen oder Regionen bestehen. Ein solcher Ansatz kann als Ergänzung zu klassischen Value-Ansätzen genutzt werden.


Quelle: Asness, Liew, Pedersen und Thapar (AQR)


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