22.07.2014 | Research

Diversifikationsorientierte Risikomaße erzielen Outperformance in Krisenzeiten

Übliche Risikomaße eines Portfolios, wie etwa die Volatilität oder der Value at Risk, weisen den Nachteil auf, dass sie vergangenheitsbasiert sind. Aus diesem Grund schlagen Tiffanic Carli, Romain Deguest und Lionel Martellini vom EDHC-Risk Institute zwei alternative Risikomaße vor, die auf der Diversifikation des Portfolios beruhen. Einerseits verwenden die Autoren das Maß Effective Number of Weights (ENC), welches sich aus Anzahl und Gewichtung der Portfoliobestandteile ergibt, andererseits die Effective Number of Bets (ENB), in die zusätzlich die Risikokorrelation der einzelnen Positionen mit einbezogen wird.


Quelle: Edhec-Risk (2014)

Angewandt auf den S&P 500 für den Zeitraum 1957 - 2012 zeigt sich, das eine an ENC und ENB orientierte höhere Diversifikation des Portfolios mit steigenden Renditen einhergeht, wobei dieser Vorteil relativ gering ausfällt und vor allem über langfristig Zeithorizonte relevanter ist. Im zweiten Schritt werden eine Reihe bekannter Aktienindizes miteinander verglichen, der Fokus liegt dabei auf Marktphasen starker Konsolidierung. Auch hier ergibt sich ein klarer linearer Zusammenhang von Diversifikation und Performance, wobei dieser beim ENB-Maß stärker ausgeprägt ist.


Quelle: Edhec-Risk (2014)

Anschließend wird die Analyse auf Multi-Asset-Portfolios ausgeweitet. Hierzu betrachten die Autoren die 100 größten US-Pensionsfonds. Nach ENB stärker diversifizierte Pensionsfonds konnten in den Jahren der Finanzkrise eine signifikante Outperformance erzielen, während das ENC-Maß anscheinend weniger geeignet ist, da der Zusammenhang - sogar mit negativem Vorzeichen - insignifikant ist.

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