Diversifikation über Schwellenländeranleihen in lokaler Währung
In inländischer Währung begebene Staatsanleihen aus Schwellenländern nähern sich seit der Finanzkrise zunehmend den Eigenschaften vermeintlich sicherer Anlagen an und bieten damit wachsendes Diversifikationspotenzial. Dies zeigt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) in einem kürzlich veröffentlichten Arbeitspapier. Vor dem Hintergrund sinkender Renditen von Staatsanleihen etablierter Emittenten hätten Schwellenländer zuletzt enorme Zuflüsse erfahren. Aber nicht nur aufgrund des Mangels an Alternativen würden Staatsanleihen, die von Schwellenländern in eigener Währung emittiert werden, zunehmend zu "safe assets", die in Zeiten globaler Risikoaversion Kapitalströme anziehen. Die Autoren Ken Miyajima, M.S. Mohanty und Tracy Chan stellen fest, dass vor allem inländische und nicht global wirkende Faktoren die Rendite-Entwicklung signifikant beeinflussen. Die wachsende Unabhängigkeit sorge für gute Diversifikationseigenschaften dieser Asset-Klasse.
Quelle: BIS (2012)
Somit sind nach Meinung der Autoren, Anzeichen eines Paradigmenwechsels zu erkennen, da Investoren verstärkt auch auf das Kreditrisiko öffentlicher Emittenten achten. Allerdings zeigt die Analyse auch, dass die Anfälligkeit für externe Schocks zwar gesunken ist, aber weiterhin bestehen bleibt. Insbesondere das niedrige Zinsniveau in den USA sei für einen großen Teil der Kursgewinne in Schwellenländern verantwortlich. Ebenfalls bleibe die Wechselkursentwicklung ein großes Risiko. Nichtsdestotrotz werde die Internationalisierung von Währungen und Anleihen aus Schwellenländern weiter zunehmen.