Diskussion über Aufspaltung des norwegischen Pensionsfonds
Vor den anstehenden Regierungswahlen in Norwegen erwägt die Opposition eine Aufspaltung des nationalen Pensionsfonds. Ende des zweiten Quartals verwaltet der aus Norwegens Öleinkommen gespeiste Fonds ein Volumen von etwa 730 Mrd. US-Dollar und ist damit rund doppelt so groß, wie der norwegische Aktienmarkt. Bereits seit einigen Jahren hat das Fondsmanagement einen Teil der Aktienallokation an mehrere externe Manager delegiert (siehe: Norwegischer Staatsfonds nutzt Multi-Manager Multi-Strategy Ansatz). Künftig plant der Fonds stärker in alternative Strategien und Realwerte zu investieren, allerdings sind viele Produkte bzw. das Segment selbst zu klein um genügend Mittel aufzunehmen. Demgegenüber stehen wachsende Kosten für Compliance, Due Diligence und Monitoring mit zunehmender Anzahl externer Manager.
Der Vorschlag der Opposition sieht daher vor, den Fonds in mehrere kleine Fonds zu teilen, die spezialisiert in Schwellenländer oder Sektoren investieren. In Schweden stand man jüngst vor einer ähnlichen Situation. Die getrennten schwedischen Pensionsfonds stehen nun in Konkurrenz zu einander, was jedoch erstens zu höheren Kosten und zweitens zur Überbewertung kurzfristiger Anlageerfolge geführt hat.
Quelle: NBIM
Währenddessen hat der Government Pension Fund Global Anfang August seinen Bericht für das zweite Quartal vorgelegt. Mit einer Rendite von 0,1 %, die einem Zuwachs von 2,8 Mrd. US-Dollar entspricht, fiel die Performance nach zuletzt sehr positiven Ergebnissen jedoch eher enttäuschend aus. Für die eigene Performancebewertung hat das Fondsmanagement interne Referenzportfolios definiert, die der Größe des Fonds besser Rechnung tragen. Im zweiten Quartal schlug der Fonds seine Benchmarks um 0,3 Prozentpunkte. Im festverzinslichen Portfolio bekam der Fonds die Marktkorrektur in Mai und Juni deutlich zu spüren und verlor -1,4 %. Das Aktienportfolio gewann 0,9 %. Die Allokation in Immobilien gewann im zweiten Quartal 3,9 % an Wert. Allerdings spürt das Fondsmanagement auch hier die Schwierigkeit, für seine Größe geeignete Objekte zu finden und die Immobilienquote weiter zu erhöhen.