11.11.2013 | Research

Die Treiber von Risikoprämien in Private-Equity-Fonds

Die Autoren dieser Forschungsarbeit, Fernando Scarpati, Berater für Risikomanagement und -bewertung, und Wilson Ng von der Roehampton University Business School London identifizieren unterschiedliche Einflussfaktoren im Private-Equity-Segment, die Risikoprämien und außergewöhnliche (abnormal) Returns bedingen. Zielsetzung der Arbeit ist, der Branche einen Leitfaden an die Hand zu geben, ihre Investmentstrategie zu optimieren. Dabei gehen die Autoren über die Ansätze bisheriger Paper hinaus, die weitgehend auf den Annahmen traditioneller Finanztheorie basieren und damit viele von der Wissenschaft identifizierte Anomalien ignorieren. Zunächst wird ein Überblick über die, von der Wissenschaft identifizierten, Anomalien im Private-Equity-Sektor gegeben. Hierzu gehören unter anderem Spezialisierungsvorteile des General Partners sowie eine gewisse Persistenz der Outperformance: Gesellschaften, die in der Vergangenheit überdurchschnittlich erfolgreich waren, sind dies mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auch zukünftig. Diese Faktoren sind jedoch praktisch unabhängig vom Risiko. Zum besseren Verständnis der Risikoprämien klassifizieren die Autoren daher die Einflussfaktoren von Risikoprämien und abnormal returns.


Quelle: Scarpati, Ng, 2013

Zu diesem Zweck werden alle Faktoren auf drei Gruppen aufgeteilt: Traditionelle Risikofaktoren und sonstige Anomalien, die sich aufteilen in verhaltensgesteuerte und rational bedingte.
Abschließend nennen die Autoren fünf Kernkomponenten, die ihrer Ansicht nach die Performance von Private-Equity-Investments verbessern können. Zunächst wird die Reduzierung von Transaktionskosten aufgeführt. Daneben können die Gesellschaften über genaue Kenntnisse ihres Marktsegments Ineffizienzen ausnutzen, gleichfalls kann damit auch von Spezialisierungsvorteilen profitiert werden. Größere und ältere Private-Equity-Fonds verfügen über ein erfahreneres Management; auch weil sie höhere Entgelte leisten können. Damit erhöht sich zudem die Verfügbarkeit möglicher und besserer Deals. Zuletzt bewirkt eine angemessene Bewertung des Risikos einzelner Investments eine erhöhte Investitionsgeschwindigkeit.

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