09.05.2017 | Märkte

Rohstoffe im Portfolio-Kontext

In einer kurzen Marktanalyse geht ETF Securities auf die Charakteristika von Rohstoffen im Portfolioumfeld ein. Als vorteilhaft wird die geringe Korrelation zu anderen Asset-Klassen eingestuft, die beispielsweise von 1991 bis 2017 zu den internationalen Aktienmärkten 0,3 bis 0,4 betrug, während zum Bond-Markt sogar nahezu eine Nullkorrelation vorliegt.
Wird anstelle der einzelnen Asset-Klassen ein klassisches 60/40-Portfolio betrachtet, zeigen sich bei einer durchschnittlichen Korrelation von 0,2 seit 1979 die gleichen Diversifikationseigenschaften. Ein zweiter Diversifikationseffekt kommt durch die niedrige Korrelation der Rohstoff-Subsektoren untereinander zustande; die durchschnittliche Korrelation der Sektoren seit 1992 liegt bei 0,15. Durch das Einbeziehen von 10 % Rohstoffen in Mischportfolios lassen sich so Volatilität und Extremrisiken reduzieren, während die risikoadjustierten Renditen steigen. Besonders ausgeprägt sind diese Effekte bei ausgewogenen Portfolios.


Quelle: ETF Securities

Angesichts der Abhängigkeit der Inflationsrate von Energie- und Lebensmittelpreisen können Rohstoffe einen zentralen Bestandteil von Inflations-Hedging-Strategien darstellen. Auch im Vergleich mit anderen Real Assets wie Immobilien oder Infrastruktur sticht das Hedging-Potenzial gegenüber Inflationsrisiken hervor. Während die geringe Korrelation der Rohstoffe untereinander aus Diversifikationsgründen vorteilhaft sein kann, weicht die Performance in unterschiedlichen makroökonomischen Szenarios deutlich voneinander ab. Dies macht deutlich, dass die konkrete Umsetzung der Rohstoff-Strategie, darunter die Gewichtung der Rohstoffsegmente, einen wesentlichen Einfluss auf die Eigenschaften der Rohstoff-Beimischung nimmt. Auch gebräuchliche Rohstoff-Benchmarks weichen in ihren Exposures deutlich voneinander ab. Ein Beispiel hierfür ist die hohe Konzentration des S&P GSCI in Energierohstoffen in Relation zum Bloomberg Commodity Index. Üblich ist eine Abbildung von Rohstoffpreisen über First-Nearby-Futures, was allerdings mit Rollkosten einhergeht. Eine Möglichkeit, diese zu dämpfen, ist die Verwendung länger laufender Futures-Kontrakte.


Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Rohstoffe jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Commodity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.


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