23.07.2015 | Märkte

Deutsche Lebensversicherer erreichen gutes Kapitalanlageergebnis

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat den Jahresbericht 2014 zu den Beständen deutscher Lebensversicherer veröffentlicht. Im vergangenen Jahr stieg der Kapitalanlagebestand bei Assekuranzen um 3,2 % auf 819,1 Mrd. Euro, hinzu kommen 87,4 Mrd. Euro an Anlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen. Insgesamt mussten 137 Mrd. Euro neu investiert werden, wobei ein Großteil hiervon aus Fälligkeiten und Verkäufen resultiert. Rund die Hälfte der Neuanlagen floss in den Fixed-Income-Bereich, weitere 41 % in unterschiedliche Investmentfonds. Direkte Aktienanlagen machten lediglich knapp 4 % der Neuinvestitionen aus. Auffällig ist, dass die Versicherer nicht nur über die Jahre kontinuierlich ihr Immobilien-Exposure zurückgefahren, sondern auch bei den festverzinslichen Anlagen Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen zu Gunsten der Inhaberschuldverschreibungen und anderen Festverzinslichen reduziert haben. Gleichzeitig wurde die Quote der Aktien, Investmentfonds und anderer nicht festverzinslicher Wertpapiere ausgebaut.


Quelle: GDV

Mit einer Nettoverzinsung von 4,63 % lag das Ergebnis der Kapitalerträge 5 Basispunkte unter dem Vorjahreswert. Dass die Versicherer trotz des Kapitalmarktumfeldes dieses Ergebnis erzielen konnten, liegt im Wesentlichen in der Auflösung von Bewertungsreserven begründet. Werden diese Effekte herausgerechnet und nur die laufende Verzinsung betrachtet, ergibt sich ein Ergebnis von 3,91 %.

Versicherungsunternehmen stehen trotzdem schwierige Zeiten bevor, was deren Kapitalanlage betrifft, nicht nur was das Thema Niedrigzins angeht, sondern auch hinsichtlich regulatorischer Anforderungen wie Solvency II. Im Absolut|report veröffentlichen wir regelmäßig Artikel und Kommentare zu diesem Thema. In der Ausgabe 3|2015 analysiert Uwe Siegmund die Auswirkung von negativen Zinsen und Ulrich Ostholt von der Generali kommentiert die Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld.

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