Deutsche Institutionelle sind risikoscheu
Den deutschen institutionellen Anlegern fehlt der Mut zum Risiko. Dies
beeinträchtigt ihre Renditechancen empfindlich. Das ergab eine
Studie zum Thema Investmentkultur, für die Union Investment 173
Investoren befragte, die insgesamt 200 Milliarden Euro verwalten. Neben
der mangelnden Risikobereitschaft hemmten auch Restriktionen die
Investmentkultur in Deutschland.
In der Umfrage, die Union Investment mit Roland Berger durchführte,
wurden die sechs Indikatoren Risikobewusstsein, Zuversicht,
Information, Zielvorgaben, Restriktionen und Unabhängigkeit erhoben,
gewichtet und zu einem Index zusammengefasst. Ihr Risikobewusstsein
mussten die Investoren auf einer Skala von 1 bis 100 einstufen.
Insgesamt schätzten sich 86 Prozent der deutschen institutionellen
Investoren als sicherheitsorientiert ein. Nicht einer von ihnen
erklärte, dass er sehr hohe Ertragserwartungen habe und dabei hohe
Verlustrisiken eingehe.
Alexander Schindler, im Union-Vorstand für das institutionelle Geschäft
zuständig, bezeichnete die weitgehende Risikoabstinenz als
problematisch. Nur über den bewussten Umgang mit Risiken und eine
daraus abgeleitete optimierte Risiko-Rendite-Struktur könnten die
Investoren ihre Ziele erreichen. Zur Stärkung der Investmentkultur
unter deutschen institutionellen Anlegern bedürfe es "dringend" der
Verbesserung des Risikobewusstseins, forderte Schindler.
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