Deutsche Institutionelle bereit für direkte Infrastruktur-Investments
Deutsche Versorgungswerke, Pensionskassen und Versicherer befassen sich immer konkreter mit Anlagen in Infrastruktur, zeigt eine Umfrage von Yielco Investments von Mitte September. Die Auswertung zeigt, dass 40 % der institutionellen Investoren hierzulande bereits in Infrastruktur investiert sind. Insgesamt 70 % der Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Auf- bzw. Ausbau ihrer Infrastruktur-Allokation. Dabei versprechen sich Investoren vor allem Inflationsschutz und langfristig stabile, laufende Erträge. Einzelne Investoren planen einen Portfolioanteil von bis zu 7 Prozent für Infrastruktur, im Mittel wird eine Zielallokation von 3 Prozent angestrebt.
Quelle: Yielco Investments
Beim Zugangsweg bevorzugen 62 % den Aufbau eines Infrastrukturportfolios über Einzelfonds mit Mandatslösungen oder Beratern. 38 % berücksichtigen Dachfonds-Lösungen. Infrastructure Debt liegt bei jedem fünften im Fokus. Listed Infrastructure wird nur von 3 % als Zugangsweg präferiert. Eine direkte Anlage kommt nur für 15 % in Betracht. Unabhängig vom Zugang rechnen Investoren im Durchschnitt mit einer Zielrendite von 8 % IRR und 5 % Cash Yield.
Quelle: Yielco Investments
Ebenfalls zeigt die Umfrage, dass sich die Wahrnehmung von Infrastruktur-Investments seit 2007 verändert hat. Früher wurde die Anlageklasse Infrastruktur eher den Bereichen Private Equity oder Immobilien zugeordnet. Mittlerweile sehe über zwei Drittel der Investoren Infrastruktur als eigene Asset-Klasse. Die Betreuung der Anlageklasse findet großenteils intern statt, bei 59 % der Teilnehmer ist die allgemeine Kapitalanlage für den Bereich verantwortlich. Nur 1 % greift auf externe Firmen zurück, 8 % besitzen ein spezialisiertes Infrastruktur-Team. Bei 29 % wird der Bereich vom Private Equity bzw. Alternative Investment Team betreut.
Institutionelle Anlagen in Infrastruktur sind regelmäßig Thema im Absolut|report. In Ausgabe 3|2013 befassten sich Prof. Dr. Martin Eling und Semir Ben Ammar von der Universität St. Gallen in einem Beitrag mit den Risikofaktoren von Infrastruktur-Investments. Die Regulierung von Infrastrukturanlagen aus Sicht institutioneller Investoren ist Gegenstand eines Beitrags von René Höpfner und Sandra Rubin-Schwarz von Mercer in Ausgabe 6|2013 des Absolut|report gewesen. In der ersten Ausgabe des Absolut|report in diesem Jahr haben Götz A. Hoyer von FHP Private Equity Consultants und Anja Gräf von HSBC Trinkaus & Burkhardt Performance und Risiken europäischer Infrastrukturinvestments analysiert.