02.09.2014 | Studie

Deutsche Bank untersucht Herausforderungen für Finanzdienstleister bis 2030

In den kommenden 30 Jahren werden in den USA 12-30 Billionen US-Dollar an die kommende Generation vererbt werden, in Deutschland werden es rund 2,6 Billionen Euro bis 2020 sein. In einem im Juli veröffentlichter Bericht der Deutschen Asset & Wealth Management wird die Finanzdienstleistungsbranche darauf allerdings für nur unzureichend vorbereitet eingeschätzt. So unterscheidet sich die Erbengeneration in ihren Wünschen und Lebensplanungen deutlich von der älteren Generation. Bislang sind viele Anbieter auf diese neuen Bedürfnisse wenig vorbereitet. So verfügen 60 % der Vermögensverwalter über keine Social-Media-Präsenz und weniger als die Hälfte der Privatbanken hat ihre Homepages für Smartphone-Nutzer optimiert.
Die Studie formuliert zehn Handlungsfelder, die ein modernes Wealth Management beachten sollte, um für die zukünftige Generation gerüstet zu sein. Hierzu gehört unter anderem, dass die Vermögensberater über unterschiedlichste Kanäle erreichbar sind, beispielsweise Chats oder Skype, ohne den Kunden jedoch zu bevormunden, sondern ihm weitgehende Autonomie zu ermöglichen.


Quelle: Deutsche Asset & Wealth Management

Sozial und ökologisch nachhaltige Investments gewinnen an Bedeutung - auch auf Kosten der Rendite. In diesem Zusammenhang sollten die Vermögensverwalter darauf achten, dass auch die eigene Corporate Responsibility nicht vernachlässigt wird. Gerade die neuen Medien erlauben eine viel unmittelbarere Feedback-Reaktion, die zudem von anderen (potentiellen) Kunden gesehen wird. Abschließend skizziert die Studie vier mögliche Szenarien für die Struktur der Branche im Jahr 2030. Diese reichen von einem Basisszenario, bei dem von praktisch unveränderten Präferenz- und Verhaltensmuster ausgegangen wird bis hin zu einem Szenario, bei dem weder etablierte noch neue Drittanbieter in der Lage sind, die Kundenwünsche zu befriedigen und diese stattdessen durch die Nutzung spezieller Finanzportale ihre Finanzen vollständig selbst managen. Als wahrscheinlichste Szenarien dagegen werden entweder die erfolgreiche Anpassung der bestehenden Anbieter an neue Verhältnisse oder das Aufkommen neuer Anbieter, die ursprünglich nicht im Finanzdienstleitungssektor tätig waren, angenommen.

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