Deutsche Bank: Folgen des Ölpreisrückgangs für Investoren
In einem umfangreichen Marktbericht analysiert die Deutsche Asset & Wealth Management die Entwicklungen und Perspektiven des Ölmarktes und zeigt die Konsequenzen für die Kapitalmärkte auf. Die Halbierung des Ölpreises binnen eines halben Jahres zieht nicht nur makroökonomische Folgen nach sich, sondern beeinflusst auch direkt die Kapitalmärkte. Die erste Folge ist ein Anstieg der Volatilität am Aktienmarkt, da sich auf Länder- und Sektorebene Gewinner und Verlierer der Preisrückgänge ergeben. Zumindest kurzfristig sollten allerdings die positiven Effekte überwiegen, die sich in steigenden Konsumausgaben niederschlagen, während die negativen Folgen in Form sinkender Investitionen erst mit zeitlicher Verzögerung wirksam werden. Auf der anderen Seite steht die Gefahr von Instabilität in Förder- und Exportländern, geben die Autoren zu bedenken.
Quelle: DAWM
Auf den Aktienmarkt wirkt sich der Ölpreisrückgang positiv aus. Einerseits befördern niedrigere Energiepreise das Wirtschaftswachstum und damit die Umsätze, andererseits verbessern sich durch die niedrigere Inflationsrate die Bewertungskennziffern. Gleichzeitig sinken in energieintensiven Branchen die Produktionskosten. Hiervon profitieren insbesondere Aktienmärkte aus Ländern mit hohen Netto-Energieimporten. Sollte das Preisniveau langfristig niedrig verbleiben, könnten jedoch Ölfirmen in Schwierigkeiten geraten, was dämpfende Auswirkungen auf Aktien- und Hochzinsmärkte hätte und zusammen mit geopolitischen Spannungen zu steigender Volatilität führt.
Quelle: DAWM
Im Fixed-Income-Bereich sorgt vor allem die sinkende Inflationsrate für eine Steigerung der Anleihenpreise. Hinzu kommt, dass durch die niedrigere Inflationsrate die Zentralbanken, allen voran die Fed, die Straffung der Geldpolitik hinauszögern könnten. Im Hochzinsmarkt entfallen derzeit 16 % des Marktvolumens auf Energiewerte, der größte Teil hiervon US-Schiefergasproduzenten. Durch Rating-Herabstufungen könnte sich dieses Volumen weiter erhöhen. Zwar ist der Großteil der Anbieter im laufenden Jahr gegen den niedrigen Ölpreis abgesichert, doch wenn das aktuellen Preisniveau längerfristig anhalten würde, könnte es zu Ausfällen kommen, die negative Auswirkungen auf den gesamten Markt für High Yield Bonds haben. Gleiches gilt für Anleihen von Öl-Konzernen aus Schwellenländern.