DeAWM bewertet Dollar-Entwicklung
In einer Kurzanalyse der Deutsche Asset & Wealth Management haben Barry Eichengreen von der University of California und Dirk Aufderheide, Chefwährungsstratege der Deutschen Asset & Wealth Management (DeAWM) ihre einander widersprechenden Einschätzungen zur kommenden Entwicklung des US-Dollars abgegeben. Eichengreen ist der Ansicht, dass die von den meisten Analysten prognostizierte Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro und dem Yen bereits in den jüngsten Wechselkursentwicklungen eingepreist ist. Für weiteren Aufwertungsdruck wäre entweder eine unerwartete Verbesserung der US-Konjunktur oder eine schlechtere Entwicklung in Europa bzw. Japan notwendig.
Auf der anderen Seite stehen laut Aufderheide fünf Gründe, die für eine weitere Stärkung des US-Dollars sprechen. Zunächst liegt die Inflationsrate in den USA unverändert bei einem Niveau von 2 %, während in Europa die Geldentwertung nahezu Null beträgt. Gleichzeitig herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Die lockere Geldpolitik der EZB hat darüber hinaus teilweise zu Negativzinsen im Segment solider Staatsanleihen geführt, was sowohl Absolute-Return-Investoren als auch Zentralbanken vor Probleme stellt. Neben Umschichtungen innerhalb der Eurozone werden Investoren auf andere Währungen ausweichen, was den Dollar gegenüber dem Euro mittel- und langfristig weiter stärken dürfte. Politische Risiken, einerseits durch die Ukraine, andererseits aber auch durch Wahlen in mehreren europäischen Staaten, bei denen linksgerichtete Parteien deutliche Zugewinne verbuchen könnten, stellen ein weiteres Unsicherheitsfeld dar und verhindern zudem eine weitere finanzielle Integration der Eurozone. Zuletzt stellt der Greenback nach wie vor die wichtigste Reservewährung der Welt dar.