CSR-Richtlinie: Status Quo der Unternehmen
Seit 2018 sind große kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtet, auch über ihr soziales und ökologisches Engagement zu berichten. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und der Verein Future, ein Verein für unternehmerische Verantwortung, haben im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales untersucht, wie sich die nichtfinanzielle Berichterstattung durch die neue CSR-Berichtspflicht verändert und wie der aktuelle Status Quo ist. Der Untersuchungszeitraum bezieht auf das Berichtsjahr 2016.
Auch wenn einige Unternehmen angaben, sich bereits auf die CSR-Berichtspflicht vorbereitet zu haben, zeigte sich mit Blick auf das CSR-Umsetzungsgesetz bei vielen der 522 untersuchten Unternehmen Nachholbedarf. Dies gilt vor allem für die 63 % der Unternehmen, die Lageberichte veröffentlicht haben, da in dieser Berichtsform bisher nur in Ansätzen die entsprechenden CSR-Informationen offengelegt wurden. In den Nachhaltigkeits- oder integrierten Berichten wurden hingegen fast alle ESG-Aspekte, die vom Gesetz vorgegeben werden, berücksichtigt. Die Berichte, die sich am Rahmenwerk des GRI 4 oder DNK orientieren, haben die gesetzlichen Vorgaben am besten erfüllt. 
Quelle: IÖW, future e.V.
Zu den fünf wesentlichen Angaben, über die künftig berichtet werden muss, gehören Umwelt-, Arbeitnehmer-, und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Die entsprechenden Angaben zu den jeweiligen Konzepten inkl. angewandter Due-Diligence-Prozesse und die Ergebnisse des Konzepts waren bei lediglich 8 % der berichtenden Unternehmen umfassender Bestandteil, bei 68 % fehlten Informationen hierzu. Am häufigsten wurden dabei Arbeitnehmer- (77 %) und Sozialbelange (70 %) integriert, gefolgt von Umweltbelangen (57 %). 
Quelle: IÖW, future e.V.
Auf die mit der Geschäftstätigkeit verknüpften Risiken sind 43 % der Unternehmen eingegangen. Noch weniger werden die Risiken, die mit Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen in Verbindung stehen, offengelegt. Die im Rahmen dieser Studie durchgeführten Experteninterviews machten deutlich, dass sich die Unternehmen im Zuge der CSR-Berichtspflicht intensiv mit der Thematik auseinandersetzen, auch wenn noch einige Probleme hinsichtlich der Anforderungen und Umsetzung bestehen.
Martin Viehöver von KPMG beschreibt in Ausgabe 1|2017 des Absolut|impact die Kernelemente der CSR-Richtlinie und was sie für institutionelle Investoren bedeuten.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.