08.06.2011 | Research

Credit Default Swaps als Risikoindikator in der Finanzkrise

Die Ratingagentur Fitch untersucht in einem Research Paper von Mai 2011, wie gut Spreads von Credit Default Swap (CDS) in der Finanzkrise als Ausfallindikator gedient haben. Für die drei Sektoren Finanzinstitutionen, Unternehmen und spezialisierte Wertpapierversicherer leiten die Autoren für Zeitspannen vor verschiedenen konkreten Kreditereignissen, wie zum Beispiel dem Bankrott von Lehman Brothers, die impliziten Ausfallwahrscheinlichkeiten aus den CDS-Spreads her. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die CDS-Spreads von spezialisierten Wertpapierversicherern die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit am besten signalisiert haben.
Bereits ein Jahr vor Ausfall betrug die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit 60%. Für Finanzinstitutionen dagegen scheinen sich CDS-Spreads nicht als Indikator für Zahlungsausfall zu eignen. Ein Jahr vor dem jeweiligen Ausfall betrug die durchschnittliche, implizite Ausfallwahrscheinlichkeit 3,3%. Der Unternehmenssektor zeigte ein gemischtes Ergebnis.


Quelle: Fitch Ratings (2011)

Die Autoren stellen klar, dass gerade in Krisenzeiten mehrere Einflüsse auf die CDS-Preise wirken, sodass nicht nur die fundamentale Kreditwürdigkeit abgebildet wird. Vielmehr gewinnen Leverage, Liquiditätsbedingungen und Kontrahentenrisiko an Bedeutung. Trotz ihrer begrenzten Eignung als quantitativer Schätzer des Ausfallrisikos, sind CDS-Spreads hilfreiche Werkzeuge zur Beurteilung der relativen Kreditqualität und der Identifizierung von Ausreißern. Zwei Jahre vor Ausfall gibt es keine Unterschiede bei den CDS-Ausfallraten von Unternehmen, die schließlich ausfallen und solchen, die nicht ausfallen. Sechs Monate vor Ausfall jedoch notiert der Spread der ausfallenden Schuldner 2,5-fach über dem Index. In diesem Zeitraum kann der Finanzmarkt offensichtlich die später ausfallenden Schuldner identifizieren.


Quelle: Fitch Ratings (2011)

Die Studie umfasst im Zeitraum von Januar 2008 bis November 2010 drei Kreditereignisse für spezialisierte Wertpapierversicherer, sechs für Finanzinstitutionen und 18 für Unternehmen.

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