Chancen und Risiken asiatischer Unternehmensanleihen
Eine detaillierte Marktanalyse zu der Entwicklung asiatischer Anleihenmärkte im letzten Jahrzehnt hat die Deutsche Bank Ende Januar veröffentlicht. Seit 2008 hat sich das Emissionsvolumen asiatischer Unternehmen mehr als vervierfacht. Vor allem in Hong Kong, Singapur und Südkorea haben sich liquide Märkte entwickelt. In China, Indien, Indonesien und Thailand dagegen ist die Entwicklung weniger weit fortgeschritten. Traditionell sind Banken die primäre Finanzierungsquelle asiatischer Unternehmen, allerdings drängen die Unternehmen zunehmend an den Kapitalmarkt, der von der wachsenden Nachfrage westlicher Investoren profitiert.
Quelle: Deutsche Bank
Die Fundamentaldaten asiatischer Unternehmen sind dabei durchaus attraktiv. Allerdings sind in den letzten Jahren deutlich steigende Verschuldungsgrade in den meisten asiatischen Jurisdiktionen zu beobachten gewesen. In Hong Kong und China liegt die Schuldenquote von Nicht-Finanzunternehmen deutlich über 100 % der Wirtschaftsleistung, wobei in Hong Kong eine Reihe von Offshore-Loans domizilliert sind, die die Quote entsprechend anheben. In China dagegen wuchs das von Nicht-Finanzunternehmen aufgenommene Fremdkapital seit 2008 jährlich um 22 %.
Quelle: Deutsche Bank
Historisch betrachtet liegen die Verschuldungsquoten in vielen Staaten noch unterhalb des Durchschnittswerts zwischen 2002 und 2007 und ebenfalls niedriger als in amerikanischen oder europäischen Unternehmen. Verglichen mit der Situation während der Asien-Krise 1997/98 ist heute die regionale Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Staaten deutlich fortgeschritten, was sowohl die lokale Konjunkturentwicklung als auch die Finanzmarktstruktur stabilisiert.
Die Emittentenstruktur ist in vielen Staaten jedoch stark konzentriert. In Taiwan, Indonesien und den Philippinen entfielen 2013 mehr als 80 % des emittierten Volumens auf zehn Unternehmen. Nur in China liegt der Anteil der zehn größten Emittenten unterhalb von 60 %. Neben Finanzunternehmen, die rund 33 % des Emissionsvolumens seit 2009 ausmachen, dominieren Minen- und Versorgungsunternehmen sowie Bau- und Immobiliengesellschaften mit je rund 18 % Marktanteil.