Chancen und Herausforderungen der europäischen Solarbranche
Mit einer Rekordkapazität von 65 Gigawatt (GW), die im Jahr 2024 neu installiert wurde, ist Solarenergie zur zentralen Säule der europäischen Energiewende geworden, zeigt eine Studie von Roland Berger. Bis 2030 soll die installierte Leistung auf 600 GW steigen. Dieses Wachstum wird durch stark gesunkene Modulpreise, politische Fördermaßnahmen und das Bestreben nach mehr Energieunabhängigkeit getrieben. Gleichzeitig stammen jedoch rund 90 % der Solarmodule in Europa von Importen aus China. Diese Abhängigkeit wirft Fragen zur Resilienz der Lieferketten und zur wirtschaftlichen Souveränität auf, geben die Autoren zu bedenken.

Quelle: Roland Berger
Die Produktionskosten in Europa liegen deutlich höher, was zu Standortschließungen und einer schleppenden Entwicklung der heimischen Fertigung geführt hat. Politische Instrumente wie der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) oder das REPowerEU-Programm bieten bislang nur begrenzte Unterstützung. Potenzial besteht insbesondere im Bereich spezialisierter Dienstleistungen – etwa bei Installation, Wartung, digitalen Plattformlösungen, Mietmodellen oder Recycling – sowie bei der Entwicklung und Kommerzialisierung neuartiger Solartechnologien wie Perowskit-Zellen oder gebäudeintegrierte Photovoltaik.

Quelle: Roland Berger
Für Investoren und Private Equity ergeben sich abseits der klassischen Modulproduktion attraktive Chancen in skalierbaren Geschäftsmodellen mit stabilen Erträgen. Bspw. bei Miet- und Finanzierungsangeboten für Module, digitalen Installationsplattformen sowie Softwarelösungen für das Energiemanagement. Investitionen in netzdienliche Infrastruktur, etwa moderne Inverter oder Speicherlösungen, ermöglichen die Integration dezentraler Erzeugung und stärken die Versorgungsstabilität. Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass Europa seine Rolle im globalen Solarmarkt nicht über Volumen, sondern über Differenzierung, Technologiekompetenz und nachhaltige Geschäftsmodelle definieren sollte.
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