Bundesbankvorstand plädiert für Selbstregulierung bei Hedgefonds
Für ?eine Art freiwilliger Selbstregulierung, orientiert an der Finanzstabilität und an der Markteffizienz? von Hedgefonds plädiert Bundesbank-Vorstand Edgar Meister. Dieser Ansatz werde derzeit auch in internationalen Gremien diskutiert, sagte Meister in einem Handelsblatt-Interview. Nachdem sich zwischen den Staaten kein Konsens über eine staatliche Regulierung abzeichnet, ist das für Meister ?eine Option, die eine Chance auf Realisierung hat?. Hier müssten die Bemühungen in Zusammenarbeit mit den Hedgefonds fortgesetzt werden.
Laut Meister seien Hedgefonds gerade deshalb so erfolgreich, weil sie nicht der Regulierung unterliegen: ?Sie gehen Risiken ein, die die Banken nicht eingehen sollen.? In normalen Marktlagen seien Hedge-Fonds für das internationale Finanzsystem durchaus positiv. Sie trügen zur verbesserten Liquidität und zur Funktionsfähigkeit der Märkte bei.
Das Hauptrisiko bei der Tätigkeit der Hedgefonds sieht der Aufsichtsexperte nicht im Kreditgeschäft; diese Geschäfte seien in der Regel gut besichert. Das größte Risiko bestehe darin, dass die Strategen der Hedgefonds zum Teil in die gleiche Richtung denken. Daraus erwachse die Gefahr, dass die Märkte bei Datenänderungen sprunghaft reagierten.
Für viele große Investmentbanken seien Hedgefonds inzwischen zu einer wichtigen Ertragsstütze geworden ? mit einem Beitrag von 15 bis 20 Prozent zum Gewinn. ?Wenn alle ähnliche Strategien verfolgen, kann das ein Problem für einzelne Märkte werden?, sagte Meister. Er lehnt es deshalb auch ab, dass Hedgefonds ihre Strategien im Detail preisgeben.
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